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4 (1794) [R - Z]
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688
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Ton mehr hat, als der Dreyklang,ist es bisweilen nothwendig, daß dieQuinte weggelassen, und dagegendie Qceave des Basses verdoppeltwerde.

Wo Key '»ein vierstimmigen SatzeVerdoppelungen nothwcndig werden,muß mall sich nach den Regeln rich-ten, die im vorhergehenden Artikelhierüber gegeben worden *).

Uebrigens ist anzumerken, daßzur Fertigkeit der Kunst des reinenSatzes überhaupt eine fleißige Uc-bung in vierstimmigen Sachen dasnothwtndigste sey. Wer in dem vier-stimmigen Satz so geübet ist, daß eralle Stimmen nicht nur rein, sondernzugleich leicht und singbar zu machenweist, hat die meisten Schwierigkei-ten der Setzkunst überstiegen.

Die wahre Vollkommenheit einesvier- und mehrstimmigen Tonstüksbestehet darin, daß würklich jedeStimme einen schon an sich wolklin-gcndcn, leichten und von den andernwürklich verschiedenen Gesang ent-halte. Denn wo eine Stimme mehrdie Art einer bloßen Ripienstimmehat, oder öfters mit emer andern imUnisomus, oder in der Octave fort-geht, da wird der Gesang mehr drcy-als vierstimmig. Diese Vollkommen-heit trifft man in den Werken derZ?cuern weit seltener an» als bey denaKern Tonsctzern, die strenger aufden guten Gesang jeder der vier Stim-men hielten, als man gegenwärtig zuthun pflegt. Die besten Muster, dieman dem angehenden Tonsetzer em-pfehlen kann, sind unstreitig die Kir-chenlieder des unnachahmlichen I.S. Lachs.

Vollkommenheit.

(Schöne Künste.)

Vollkommen ist das, was zu seinerVolle gekommen, oder was ganzlich,

") S. auch Verwechslung S. 674. f.

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ohne Mangel und Uebcrfluß das ist,was es ftyn soll. Demnach bestehtdie Vollkommenheit in gänzlicher Ue-bercmstimmung dessen, das ist, mitdem, was es ftyn soll, oder desWürklichcn mit dem Idealen. Manerkennet keine Vollkommenheit, alsin sofern man die Beschaffenheit ei-ner vorhandenen Sache gegen ein Ur-bilb, oder gegen einen, als einMu-stcr festgesetzten Begriff hält. Esgiebt zwar Falle, wo wir über Voll-kommenheit urtheilen, ohne völligund gänzlich bestimmt zu wissen, wasein Gegenstand, in allen möglichenVerhältnissen genommen, ftyn soll;aber alsdann beurthcilen wir auchnicht die ganze Vollkommenheit sol-cher Dinge, sondern nur das, davonwir einen Urbegriff haben. Wennuns etwas vonGeräthschaft, cinJn«sirumciir, eine Maschine, zu Gesichtekommt, deren besoiidcreArc oder Be-stimmung uns völlig unbekannt ist,so halten wir doch etwas davon gegenfestgesetzte Urbegriffe; wir sagen uns,dieses ist ein mechanisches Instru-ment, oder eine Maschine, u. s. f>Oder naher zu wissen, was es fty»soll, sehen wir in vielen Fällen, daßetwas daran fehlt, daß etwas daranzerbrochen, oder etwas, das mitdem übrigen nicht zusammenhängt,oder irgend etwas, das unftrm Be-griffe von der Sache entgegen ist;und iil sofern cntdekcn wir Unvvll-kommcnhcit darin. Eben so kannes auch ftyn, daß wir eine uns inihrer besonder» Art unbekannte Sa-che vollkommen finden, weil wir sie,gegen den Urbegriff einer etwas hö-heren Gattung, oder einer allgemei-nem ClasscderDmgc haken »Wennwir ein nns unbekanntes Thier se-hen, das wir zu keiner Art zähle»können, so erkennen wir doch über-haupt, daß es ein Thier ist, und bc-urtheilen, ob es das an sich hat, waszu einem Thier gehört. Wären wirin der Ungewißheit, ob es ein Thier