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Orgcl sind, so könnten die Töne inden verschiedenen Stimmen nachMaaßgcbniig derMixturen der Orgelsehr füglich vertheilt werden.
Der vielstimmige Gesang hat ansich etwas ftyerliches und großes,und ist also vorzüglich bei) solchenGelegenheiten zu gebrauchen, wo dieEemüther durch große Pracht undFeyerlichkeit außerordentlich zu rüh-ren sind
Es ist vielleicht nicht ausgemacht,aber doch höchst wahrscheinlich, daßdie Alten keinen vielstimmigen Ge-sang gehabt haben. iJnsgcmeinschreibet Man seine Eins 'hrung einen«englischen Bischof Dünstan, der imzehnten Jahrhundert gelebt hat, zu.Uber Der große Galilai sagt, daßnach allen von ihm angestellten Un-tersuchungen sich ergebe, der viel-stimmige Gesang sen nicht früher,als 150 Jahre vor seiner Zeit aufge-kommen. Diese Epoche würde ge-gen das Jahr >gzc> fallen *). DerAbbe Lc- Beuf, der sich sehr tief inUntersuchungen über die Beschaffen-heit der altern Kirchenmusik einge-lassen, versichert, daß man die äl-testen Spuren des vielstimmigen Ge-sanges erst gcgen das Ende des zwölf-ten Jahrhunderts finde '*). Er solldaher entstanden seyn, daß aufgewis-scn Stellen der Lieder, besonders amEnde, zwcy Stimmen, die sonst durch-aus im Unisonus giengen, Terzengegen einander gesungen haben.Dieses nannre man Or^snixare inlluplc». Wollte man den Schluß aufdaS Wort Amen, oder Ailelujal),dreystimmig machen, so bekam eindritter Sanger eine Stimme, die umeine Octavc höher als die erste war,und zum vierstimmigen Schluß wur-de auch die zwcyte Stimme um eineOctave höher genommen.
S. dessen I) »Ivxo gell» lelussc» »mi.
e m vern»,
") S. dessen 1>i>ii6 Iiiss<'r!que ec pi'gr!»qus tue le ck,nt ccclesssltigue. kui»I74-. L. S.74.
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Noch im vierzehnten Jahrhundertwurde der vielstimmige Gesang, wieder angeführte französische Schrift-steller beweiset, von vielen für einenMißbrauch, und für eine Verderbungdes alten guten Gesanges gehalten;daher Pabst Johannes XHill in einerBulle vom Jahre i zZ2 denselben ein-zuschränken suchte *).
Im Grund aber kann doch die Be-merkung des Galiläi, nach welcherder vielstimmige Gesang erst um dieMitre des fünfzehnten Jahrhundertsaufgekommen ist, ihre Nichtigkeit ha-ben, denn dasOrAairixsrs in lluplound triplo, war eigentlich nicht viel-stimmig, da dieselbe Melodie vonallen Stilnmcn um eine Terz und umeine Octave höher, als die Haupt-stimme, nachgesungen wurde.
Vierstimmig.
(Ausik.)
Der Satz, der aus vier verschiedenenStimmen besteht. Weil der vollstän-dige consonircnde Drcyklang, außerdem Grundtone noch drey audereTöne in sich begreift **), so gründetsich die Kunst des vierstimmigen Sa-tzes, insofern er von andern Zlrtcndes Satzes verschieden ist, darauf,daß durchaus die volle Harmonie ge-nommen, und die verschicdeneu Tönederselben so in die vier Stimmen ver-theilt werden, daß jede einen reinenund fließenden Gesang habe.
Doch geht es nicht allemal an, dieTöne der vier Stimmen aus der voll-ständigen Harmonie zu nehmen; manmuß bald wegen der Auflösung derDissonanzen, bald des leichtern undschönen Gesanges halber^ bisweilenein Intervall daraus weglassen, unddafür ei» anderes verdoppeln. Selbstbei) dem Seplimenaccord, der einen
Ton
H S. S. ?c>. in den, angezogenenWecke
") S- Drezstlang,