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Nach der ersten Wortfügung ist dieWollust der Hauptbegriff, auf denes hier ankommt; und der Sinn istso gewendet, daß man zuerst die Ur-fache, dann ihre Starke, und zuletztihre Wirkung sich vorstellen muß.Nach der andern wird die Würkungalö die Hauptsache zuerst vorgestellt,hernach ihre Ursache angezeigct.
Dergleichen Versetzungen habenaber nur statt, in sofern sie dengrammatischen Regeln der Wortfü-gung nicht entgegen sind; denn wennsie dieses waren, so würden sie au.stößig seyn. Man kann, ohne bar-barisch zu reden, anstatt: Gesternist er de)- mir gewesen, nicht sa-gen: bep mir gestern -st er gewe-sen, wol aber, er ist gestern be/mir gewesen.
Ungrammatische Versetzungen sindüberall zu vermeiden, weil sie in je-der Rede dem Ohl" anstößig werden.Aus den Versetzungen aber, die ohneVerwirrung des Sinnes, und ohneBeleidigung des Gehörs können vor-genommen werden, ziehen die reden-den Künste so große und so mannich-faltige Vortheile, daß eine Sprachezur Beredsamkeit und Dichtkunst umso viel tauglicher ist, je mannichfal-tigere Versetzungen sie zulaßt.
Es qicbt Versetzungen, die blosden Wolklang befördern, einen Satzkeick)t und wohlfließmd, und eine gan-ze Periode wolklingend machen.
Auch wird oft ein Redcsatz blosdurch Versitzung zum Vers/ ohnesonst irgend einen andern Ton, odereine andere Wendung anzunehmen.Es ist dem Sinne nach vollkommengleichgültig zu sagen: Jeder bringtden Mutterwitz auf vie levolt; derGcchulwilz wird nur durch Büchergegeben, oder:
Den Mutterwitz bringt jeder auf dieWeit.
Oer Schulwitz wird durch Bücher nurgegeben.
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Andremale dienen sie zum Nachdrniund zur Lebhaftigkeit der Rede:Was wahre Tugend ist, wird nie daPöbel kennen;
ist weit lebhafter, als dieses: DerPodel wird nie kennen, was wahreTugend ist.
Bisweilen geben sie der Rede de»feurigen, oder feycrlicken poetische»Ton, der uns mit großem Naclsirukrühret. -Hagedorn sagt im Ton deredelsten Begeisterung:
Verlotzren ist der Tag und schändlich
sind die Stunden,Die, wenn wir fähig sind, Bedräng,^ ten beiizustehn,
Veym Anblik ihre» SarmS uns unen»pflndlich sehn.Ein großer Thcil der Kraft würdediesem Satz entgehen, wenn man mi!denselben Worten sagte: Der Tagist verlobrcn, und Sie Stunde»sind schändlich, die uns, wen» wirfähig sind u. s. w.
Bios in den Versitzungen liegt somannichfaltige und so wichtige ästhe-tische Kraft, daß es der Mühe Werthwäre, die Beyspiele davon zu sam-meln. Denn anders ist es nicht wolmöglich, weder die verschiedenen Ar-ten derselben anzuzeigen, noch ihreMücklingen zu erkennen.
Wir würden diese Sammlung et-wa nach dieser Eintheilung ordne»!1. Versitzungen, deren Würkimg sichblos ans Wolklang erstrekt. 2. Diezur Deutlichkeit des Sinnes, oderzur Kürze dienen z. Die dem Tonder Rede einen gewissen Charakter ge-ben. 4. Die den Nachdruk verstär-ken. und das LeidenschaftlichererRede fühlbarer machen.
Es ist offenbar, daß für redendeKünste die Sprache, die die meistenVorzüge hat, zu allen Arten der Ver-sitzungen die biegsamste ist. Wennuiisre Sprache der griechischen undlateinischen hierin nicht gleich kommt,so stehet sie doch nicht leicht einer der