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die geringere oder stärkere Lebhaftig»kcit in Anschlagnng, oder dem Vor-trag der Täne an. Eine Mennechörtganz auf das zu seyn, was sie seynsoll, wenn sie merklich geschwinder,oder merklich langsamer, lebhafteroder matter, als ihr zukommt, vor-getragen wird. Und eben dieses zei-get sich auch in der Versart. Fol-gende einzele Verse:
Gebt meiner PhyM de» Kranz!
LNd:
Dämpfet die schrckliche Gluth!
haben, wenn man nicht auf den Vor-trag sieht, vollkommen einerlei) Me-trum, und machen einerley Rhyth-mus. Durch den richtigen Vortragwird der erste fröhlich, der zweytefürchterlich; jener har eine fröhliche,dieser eine traurige Lebhaftigkeit.
Hieraus kann man abnehmen, daßes bcy der Versart nicht blos aufHie mechanische Anordnung ankom-me;! und daß ein und eben dieselbeVcrsart sich zu ganz verschiedenemAusdruk schiken könne, nachdem derElim der Worte einen Vortrag ver-anlasset. Wir finden auch in derThat, daßHora; dieselbe Versart zuOden von sehr verschiedenem Charak-ter gewählt hat. Also läßt sich ausder tobten Bezeichnung der Vcrsart,die jeden Vers nach der Beschaffen-heit und Folge seiner Füße durch Zei-len ausdrükt, noch sehr wenig schlies-sen. Man kann die Probe mit Klop-stoks Oden machen, deren Versartinsgemein auf diese Art vorgczcichnctist. Niemand wird aus den Vorzeich-uungcn crralhcn, was für ein beson-derer Ton oder Ausdruk in jeder Odeherrsche; dieser wird erst durch denVortrag bestimmt.
Deswegen kann man dem Dichterüber die Wahl der Versart keine be-sondere Regeln geben ; man ist durchdie Natur der Sache gcnöthiget, be»wenigen allgemeinen Anmerkungenstehen zu bleiben.
V er
Eigentlich unterscheidet sich die ge-bundene Rede von der Prosa dadurch, !daß sie in ihrem metrischen Gange lgleichförmiger stießt. Sobald eine i
Sprache etwas ausgebildet ist, nimiiit rzwar auch die prosaische Rede in der- Iselben etwas rhythmisches an sich, 1indem allemal einzele Redesätze nach 1einem gewissen Wolklang geordnet twerden. Aber zwischen den vcrschic- !denen auf einander folgenden Glie- »dcrn der ungebundenen Rede, wen»gleich jedes ein wolklingcndcs Me>trum hat, findet man nicht die Ue-bcreiiisiimmung, die ihnen die Gleich» iheit des Charakters gäbe, die in der !gebundenen Rede allemal angetroffen >wird. Die beste Prosa, in einzele >Glieder abgesetzt, zeiget uns eine Fol-ge, in der wir kein gleichartiges Me-trum, keinen anhaltenden Rhythmus !cntdcken. Wenn auch jedes einzeleGlied ein würkücher Vers wäre, soist es metrisch und rhythmisch be-trachtet von andrer Alt, als dienächst vorhergehenden und folgenden.Also ändert sich der Charakter, oderdas Aesthcrischc des Klanges von ei-nem Gliede zum andern; und wenngleich jeder einzele Satz einen sehrguten Vers ausmachte, so würdedoch in der Folge der Satze das ge-nau abgemessene, und in gewissenZei-ten wiederkommende vermißt wer-den.
Der natürliche Grund dieses Un-terschieds zwischen der gebundene»und ungebundenen Rede scheinet da-her zu kommen, daß der Dichter inEmpfindung, in einem höhern, odergeringer» Grad der Begeisterung,spricht, die er an den Tag zu legen, ^und durch den Rhythmus zu miter- lhalten sucht, da der in Prosa redendeblos auf die Folge seiner Begriffesieht, und die Unterstützung der Em-pfindung durch das Abgemessene deeRede nicht sucht.
Da nun die gebundene Rede über-haupt aus einer, wenigstens eine
Zeit»