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4 (1794) [R - Z]
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weitaus einander, so hat ihre Ge- Nothwendig muß hier auch noch

geneinanderhaltuug nicht mehr statt, angemerkt werden, daß bey Schä-

Man verglicht die Größe des Mun- tzung der Größe die Natur des Ge- !

des oder der Nase wol mit der Größe genstandes, an dein wir sie sehen, in

des Gesichts, aber nicht mit der Betrachtung zu ziehen ist. Man würde

Größe der ganzen Statur. Wenn ein Fenster sehr unproportionirt sin-

also ein Gegenstand der Theil eines den, wenn es acht oder zehennial

Haupttheils ist, so vergleichet man höher, als brcitwarc; und doch findet

ihn mit seinem Haupttheil, und mit man an einer Säule dieses Verhält-

den Theilcn, die zugleich mit ihm der Höhe gegen die Dike gut.

Theile eines Theils ausmachen: die Bcy dem Fenster haben Höhe n»d

Finger mit der Hand, dieHand mit Breite einerlei) Zwek, die Vcrmeh-

dem Arm, diesen mit dem ganzen rung des Lichts; bey der Säule kom-

Körper und seinen Haupttheilcn, den men zwcy Sachen in Betrachtung,

Schenkeln und dem Rumpf. Also die Erhebung, oder Erhöhung des

vergleicht man einerlei) Theile mit aufliegenden Thüles und die Fcstig-

einander, oder die Theile, die unmit- keit der Unterstützung. Hiebcy entstc-

telbar zusammen ein Ganzes ausma- hct die Frage, ob die Dike gegen die

chcn sollen. Dinge, deren Größe einmal festgesetzte Höhe groß genug

weit aus einander ist, können zusam- sty. Ware bey dem Fenster gar

icngenommcn kein Ganzes ausma- nichts festgesetzt, als die Menge des

chcn. Eine Stadt macht mit einigen einfallendes Lichtes, so wäre unstrci-

darum liegenden Feldern, Hügeln, tig dieses das beste Verhaltniß, wenn

Büschen, eine Gegend aus. Aber eine die Breite der Höhe gleich wäre, weil

Stadt mit einem kleinen daran stos- heydc gleichen Anthcil an Vermeh-

sendcn Garten macht keine Gegend rung des Lichts haben. Daß aber

aus, sondern eine Stadt; der Gar- die Höhe insgemein größer, als die

ten kann wegbleiben, sie bleibt im- Breite genommen wird, hat seinen

wer eineStadt. So könnte bcy einem Grund in der Höhe des zu crleuchten-

M enschen ein Finger zu groß, oder zu den Zimmers, und nicht darin, daß

klein feyn, oder ganz fehlen, und die ein langes Vierek schöner scy, als das,

Person noch immer ein schöncrMensch dessen Höhe der Breite gleich ist.

seyn; aber die Hand, an der er fehl- Man stehet hieraus überhaupt, daß

te, wäre keine schöne Hand mehr. das Urrheil über Verhältnisse nicht so

Wir sehen hieraus überhaupt, daß einfach scy, als sich mancher einbil-

man bey dekn Urthcil über Verhält- det, und daß es eben nicht blosdar-

nisse den Theil, worüber man urlhci- auf ankommt, Zahlen gegen einander

let, nothwendig gegen einen andern zu halten.

Theil, der mit ihm in gleichem Ran- Man hat zu asten Zeiten erkannt,

ge steht, halten müsse. In der Mu- daß der menschliche Körper das voll-

sik werden die Töne eines von dem kommcnste Muster der guten Ver»

Grundton sehr entfernten Accords Hältnisse sey. In der That sind alle

nur unter einander verglichen, und Regeln der vollkommensten Harmonie

nicht mehr gegen einen sehr tief unter oder Uebcrcinstimmung daran zu er-

ihncn liegenden Grundtou gehalten, kennen. Diese vollkommene Form im

In der Baukunst vergleichet man die Ganzen betrachtet, bietet gleich cini- ^

kleinem Glieder nicht mit dem Ge- geHauprtheile dar, von denen keinerbäude, sondern mit dem Gesims, oder über den andern herrscht, keiner die

dem Haupttheile, dessen unmittelbare Aufmerksamkeit so auf sich zieht, daß

Theile sie sind. sie den andern entgienge. Je kleiner

ein