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der Vergleichung geboret. Bey derWahl und Erfindung der zu dieserVergleichung dienendcnBilder kommtes hauptfächlich darauf an, daß ihreAchnlichkeit mitdemGegenbilde voll-ständig sei), oder daß sie uns diesesganz mit allen dazu gehörigen we-senlüchenBegriffen abzeichnen. Mansiehct bisweilen, daß zu Aufklarungeines einzigen Begriffes mehr Ver-gleichungen gebraucht werden, woeine einzige besser gewählte hinläng-lich gewesen wäre.
Die verschönernde Vergleichung istdas Werk der Einbildungskraft, andem der Verstand keinen Anthcil hat.Bild und Gcgcnbild sind mehr in An-sehung ihrer Wurknng , als in ihrerBeschaffenheit einander ahnlich. Beyangenehmen, oder überhaupt bey in-teressanten Gegenständen, bey denenwir uns gerne verweilen, bringt dieEinbildungskraft uns andere, dieähnlichen Eindruk auf uns gemachthaben, ins Gcdächtniß; und die Be-gierde diesen Eindruk zu genießen,oder ihn andern mitzutheilcn, macht,daß wir auch auf diese blos in derEinbildungskraft schwebenden Ge-genstände die Aufmerksamkeit richten.Daher haben Vergleichungen dieserArt ihren Ursprung. Oßian singtvon Nathos:
.Reizend erschienst du dem Auge Oarthu-
lenö. Dem östlichen LichteGlich dein Gesicht, der Schwinge desRaben dein Haupthaar. Die SeeleWar dir erhaben und mild, wie die
Stunde der scheidende» Sonne.Sanft wie die Lüftchen im Schilfe, wie
gleitende Fluren im LoraWar dein Gespräch. Loch wenn sich dieWuth des Gefechtes empörte.Glichst du der stürmenden Scc.^)
Hier sind eine Menge Vergleichun-gen hinter einander. Jede schildertnicht den Gegenstand, den der Dich-ter zeichnen, sondern den Eindruk,') Darthula.
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die besondere Art der Empfindung,die ex wollte fühlen lassen. Nichtdas Gesichte des Jünglings glichder aufgehenden Sonne; sondern diefröliche Empfindung, die Darthulabey dein Anschauen fühlte, glichdem Eindruk, den die aufgehendeSonne macht, u. s. w.
Empfindungen sind etwas so ein»faches, daß es nicht möglich ist, sieandern zu erkennen zu geben, als wennman sie in ihnen erwekt. Wo maualso denkt, sie würden sie bey Vorzei-gung eines Gegenstandes nicht ha-ben, da zeiget man ihnen einen an-dern gewöhnlichen Gegenstand, vondem man mit Gewißheit denselbenoder einen ähnlichen Eindruk erwar-ten kann. Sie dienen also überhaupt,Empfindungen nach ihren besondcrnCharakteren zu erweken, und manwählet dazu sehr ' -kannte Gegen-stände, die in ihren Würkungen aufdas Gcmüthe mit dem Gegenbildeübereinkommen. Hier kommt es mehrauf ein ganz feines Gefühl und einesehr lebhafte Einbildungskraft, alsauf Beurthcilung an. Darum lie-ben die Dichter diese Vergleichungenvorzüglich. Sie schiken sich auchmurda, wo man angenehm unterhaltenund rühren will. Die Bilder müssensehr bekannt seyn, drmit sie mit we-nig Strichen sich der Einbildungs-kraft lebhaft darstellen, und man muffdes ganz besondcrn (specifischcn) Ein-druks, den sie auf empfindsame Gc«müthcr machen, sehr gewiß seyn.Sic scheinen sich mehr zu Reden undGedichten von einem etwas gemäßig-ten Ton, als zu denen von ganzheftigem Affect zu schiken. Denn indiesem ist das Feuer zu stark, umsich bey Vergleichungen zu verwei-len; die Bilder gehen in Metaphernoder Allegorien über.
Wo man eine Vorstellung oder Em«pfindung nicht blos schildern, sondernnachdrüklicher sagen will, da fälltman auf Vergleichungen der dritten
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