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Die Sangmcister sollten es sichzur Pflicht machen, ihre Schülerzu überzeugen, daß das wahre Der.dienst eines Sangers in dem richti-gen, jeder Empfindung angenieste,nen Vortrag der vom Tonsetzer vor-geschriebenen Tone bestehe, und daßsie bey verständigen Zuhörern da-durch mehr Ruhm erwerben, alsdurch die künstlichsten Veränderun-gen.
In Liedern kann es nothwendigwerden, Veränderungen anzubrin-gen, denn es trist sich vfte, daß dieauf einerlei) Töl-e fallende Worte incinerStrophe etwas mehr Nachdrukund einen empfindsamen« Ausdrukcrfodern, als in einer andern. Als-dann kann ein Sänger durch schiklicheVeränderungen die Melodie, die derTonsetzcr für alle Strophen gleichge-macht, für jede besonders nach Er-fodeimß abändern.
Jnstrumentlsien schweifen insge.mein in Veränderungen eben so ans,wie die Sänger. Mancher glaubt,die Kunst des Spielcns bestehe blasdarin, daß zehnmal mehr Tone ge-spielt werden, als auf den« Papierausgcdrukt sind, oder daß er die Ar-beit des Tonsetzers als einen Text an-zusehen habe, über den er eine Zeit-lang spielen soll. Wir empfehlen denSpielern, das, was der vortrefflicheBach in seinem Werke von der wah-ren Arr das Clavier zu spielen überdie Veränderungen angemerkt hat,wo! zu überlegen H
Kleine Melodien für Instrumente,als Sarabanden, Courantcn und an-dre Tanzstüke, sind zu kurz, um oh-ne Veränderung etlichemal hinterein-ander gespielt zu werden. Daher ha-be» verschiedene berühmte?onsetzerdergleichen Stüke mit mancherleyveränderten Melodien gesetzt, die im-mer auf dieselbe Folge von Haimo,nie» passen. Die besten Verände-rungen in dieser Art, die man als
°) In dem Capitel vom Vortrage,
Muster anpreisen kann, sind die vonEouperii«, und von dem großen I.Seb. Dach. Eine noch höhere Gat>tung von ganz veränderten Melodiensind die Sonaten mit verändertenReprisen. Herr C. P. Em. Dach hatderen sechs für das Clavier heraus-gegeben, die er der Prinzessin Ama-lie von Preußen dedicirc hat. DerVorbencht zu diesem Werk enthälteinige nützliche Anmerkungen überdie Kunst zu verändert!.
Die höchste Gattung von Verände-rungen ist unstreitig die, da bey jederWiederholung andere auf den dop-pelten Eontrapimkt beruhende Nach-ahmungen und Canons vorkommen.Von I. Seb. Dach hat man in die.ser Art ein-Arie für das Clavier mitdreyßig solcher Vcrandci ungen; undeben dergleichen über das Lied: Vom»Himmel hoch, Sa komm ich her,die man für das Höchste der Kunstansehen kann. Bewundernswürdigist dabei) dieses, daß bey jeder Ver-ändcrung die erstaunliche Kunst derharmonischenVersetzlingen fast durch-gängig mit einem schönen und fiicf-scnden Gesang verbunden ist. Voneben diesem großen Mann hat manauch eine gedrukte Fuge aus dem l)moll, die einige zwanzigmal verän-dert ist, wobey alle Arten des ein-fachen, zwey- drcy- und vierfachenContrapunkts in gerader und ver-kehrter Bewegung, auch mancher-lei) Arten des Canons vorkommen.In dieser Art verdienen auch dieFugen des französischen Tonfttzei-sÖ'Änglcbrrc, inglcichen verschiedeneArbeiten eines Frohbergcrs, JohannKriegers/) desgleichen aus den vor-trefflichen >2 Violiusolo, und die
kolis
H Dieser war Musikdirektor in Zittau.Die e?tnke von denen hier Re e ist,sind im I ihr >69«. unter dem Tttel:„Änmuihige Clavierübuiigen; beste-hend in unterschiedenen Ricercarien,Präludien, Fugen ic.° herauögckviw»nen.