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der Menschen erfahren könne, und
wie er sie zu heben habe. Mit weni-gen, läßt sta, eine so sehr wichtige undschwere Sache nicht abhandeln: dar-um können wir uns auch hier in dieseMaterie nicht einlassen. Wir bemer-ken nur» daß der Redner sich ein be-sonderes Snidium daraus zumachenhabe, die Natur, und die verschiede-nen Arten der Vorurtheilc überhaupt,und die besondere Sinnesart seinerZuhörer genau zu kennen. Fehlet esihm hieran, so ist alle seine Bemü-hung, zu überreden, vergeblich, essey denn, daß er ganz freye und un-eingenommenc Zuhörer habe.
Setzen wir nun voraus, daß dieHindernisse der Ucbcrredung geHobe»sind, so braucht es in der Tdat sehrwenig, die Ueberredung zu bcwürken.Dieses kann durch zweyerlcy Wegegeschehen. Der eine geht gerade ge-gen den Zwek, durch Gründe, die dieSache wahrscheinlich machen. Vonden Beweisen, Beweisartcn und Be-weisgründen haben wir in besondernArtikeln gesprochen. Wir merkenhier nur noch an, daß in den Bewei-sen, die blos Ucberredung bcwürkensollen, dje Hauptsache auf Klarheit,Sinnlichkeit und Faßlichkeit der Vor-stellungen ankomme. Diese Eigen-schaften bedekcn das Schwache der-selben. Wo man sich einbildet, eineSache zu sehen, oder zu fühlen, dabraucht man weiter keinen Beweisihrer Würklichkcit. Man muß alsobey diesen Beweisen mehr auf dasAnschauen der Dinge, als auf dasdeutliche Erkennen derselben arbeiten.Gar oft liegt ein zur Uebcrrcdungschon hinlänglicher Beweis blos inder Art, wie die Sachen vorgestellt,oder in dem Gesichtspunkt, aus demsie angesehen werden. „Wenn duauch mit Mühe und Anstrengung et-was gutes und ruhmliches thust,(sagte der Philosoph Musonius,) sovergehe: die Mühe, und das Gutebleibet. Thust du etwas schandliches
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mit Vergnügen, so ist auch diesesvorübergehend, aber die Schandebleibt *)." Diese Art gute und böseHandlungen anzusehen, führet schonohne wcirern Beweis auf tueUeberre«duug, daß man sich jener befleißigen,und daß man diese vermeiden soll.
Höchst wichtig zur Ucberredung istes/ daß die Gründe nm einem Tonder Zuversichtlichkcit, mit Lebhaftig-keit und Würde vorgetragen werden.Denn oft thut dieser das meiste zurUcberredung. Der große Haufe, sogar schon ein großer Theil derer,die selbst denken, gerraur sich seltenan einer Sache zu zweifeln, die mitgroßer Zuversichtlichkeit und eindrin-gender Lebhaftigkeit versichert wird.Man glaubt die Sache zu fühlen,die, als würklich, mit lebendigenFarben geschildert wird.
Ein andrer Weg, zur Ueberredungzu gelangen, besteht darin, daß mandie Sache gar nicht beweist, und sichsogar nicht einmal merken laßt, alswenn der Zuhörer daran zweifelnkönnte. Man setzt stillschweigendvoraus, das Urtheil des Zuhörerssey der Sache günstig, und sprichtso davon, als wenn man blos das,was er selbst davon denkt, vorzutra-gen habe. Da merkt er nicht, daßman ihn führen will; er glaubt sei-nen Weg zu gehen, und den Rednerblos zur Begleitung bei) sich zu ha-ben: und so kann man ihn, da erselbst kein Ziel hat, und blos dahinzu gehen glaubet, wohin die Phanta-sie ihn leitet, unvermerkt dahin füh-ren, wo man ihn haben will.
Man setze, ein Geschichtschreibcrerzähle in derGcschichtePetcrs des I.seine Hcyrath mit Catharina. Wenner, ohne die Frage zu berühren, obes anstandig oder nützlich sey, daßein großer Monarch eine Person vonniedrigem Stande zur Gemahlin neh-me, und neben sich auf den ThronQg 5 fttze,
«) S. LeU. Noll. ätt. l.,XVI. c.!.