Tri
Triton.
(Musik.)
Aic Alten haben die übermäßigeQuarte Ti-ironusgcnennt, weilsie aus drey ganzen Tönen besiehe,folglich einen halben Ton höher ist,als die reine Quarte. Da man indem damaligen System von keinemandern, als großen ganzen Tönenwußte, so war das Vcrhaltniß des-selben von ,In dem heutigenSystem sind die zwey falschen Quin-ten »(TL und von diesem Ver-hältuiß, und unser Triton, der anszwey großen und einen? kleinenganzen Ton zusammengesetzt ist, hatdas Verhältnis' und isi folglichum AH tiefer, als der Tritoraus derAlten.
Dieses Intervall wurde vor Alterswegen seiner Harte und wegen derSchwierigkeit, es im Singen zu tref-fen, unter die umnelodischen Forr-schrcitnngen gezählt, und an dessenstatt mußte allezeit die reine Quartels - lZ gesungen werden, wodurch dennauch die wörtliche Einführung des öin der altern Musik veranlasset wor-den *). Auch in der heutige» Mu>sik gehört sowvl der Triton als seineUmkehrung, die falsche Ouinre, un-ter die verbotenen melodischen Fort-schreitungen, doch nur im strengenKirchenstyl; außerdem aber, und vor-nehmlich in Rccitativeu, werden bey-de bey uachdrüklichcn Stellen ohneBedenken gesetzt» und -sind oft vonder größten Kraft und Schönheit inder Melodie.
Der Triton kömmt in allen unfernDurtonleitern von der vierten zur sie-benten Stufe vorman muß ihn abervon der großen Quarte, die in demverminderten Dreiiklang von derQninre des Grnndloncs zur Octavedesselben vorkommt, wol unterschei-den. Erstcrer ist die eigentliche über-mäßige Quarte, die in der ltmkeh-S. B.
T r » 6oz
rung zur falschen Quinte wird: diegroße Quarte des verminderten Drey-klanges aber wird in der Umkehrungzur verminderten Quinte. Jener isicin dissonircndcs, diese aber ein mehrcvnsonirendes Intervall, deren Be-handlung in der 'Harmonie sehr voneinander unterschieden ist, wie anseinem Orte gezeiget worden ").
Triumphbogen.
(Baukunst.)
Hilter den Ucberbleibscln der ehema-ligen römischen Pracht befinden sicheinige, denen man den NamenTriumphbogen gegeben hat! weil siedie Gestalt großer gewölbter Stadt-thore haben, und zum AndenkenwichtigerEwbcrungcn gesetzt worden.Sie werden auch Ehrenpforten gc-nennt. Man stehet in Rom nochdrey Denkmäler dieser Art, die denKaisern Titus, Septimius Severusund Constantinus zu Ehren gesetztworden. Sic sind alle drey nach ei-nerlei) Form: ein sehr großes nndhohes Portal, zu dessen beyden Sei-ten sich noch zwey kleinere befinden.Die vordere und Hintere Hauptftikcnsind mit Säulen verzieret, die einvollständiges.Gebalke mit darübergesetzter Atcike tragen. Uebcr denBogen und ein dem Fries des Gebal-kes findet nun, die Abbildung der gros-sen Thaten, wodurch das Denkmalveranlasset worden, in Stein aus-gehauen.
Es scheinet, daß diese prächtigenGebäude in Rom unter der Regierungder Kaiser aufgekommen seyn. Siegehören überhaupt in die Classe derDenkmaler, von denen wir in einembesondern Artikel gesprochen haben.In den newer» Zeiten werden der-gleichen Ehrenporten bey fcycrlichcnEinzügen grosser Monarchen biswei-len nachgeahmet, aber meistcntheils
auf
») Stuart«; Quint«.