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Ton und Ausdruk müssen für jedenCharakter und für jede Leidenschaftbesonders abgepaßt seyn. Die Cit-icnsprüche inüssen wichtig seyn, undohne alle zu bemerkende Veranstal-tung von selbst aus der Empfindungentstehen.
Ueber den Ursprung des Trauer-spiels ist viel Fabelhaftes von den Al-ten geschrieben, und von den Neuemohne Ucberlcgnng und bis zum Ekelwiederholt worden. Die gewöhnli-che Erzählung, da man ihren Anfangvon des Thespis Rarre macht, unddann so. wie -Hera; fortfahrt, ist diegewöhnlichste, aber gewiß fabelhaft.Der Mensch hat eine natürliche Be-gierde, Zeuge von großen und ernst-haften Begebenheiten zu seyn, dieMenschen bey denselben handeln undleiden zu sehen. Darin liegt der ersteKeim vom Ursprung des Trauer-spiels, das aus eben diesem Grundalter, als die Comodie scheint.
Aller Vermnthung nach hat diesesdas tragische Schauspiel bei) niedrer»Völkern, ohne daß eines die Sachevon dein andern abgesehen habe, ver-anlasset. Man muß also eben nichtglauben, daß die Griechen es erfun-den haben. Aber sehr alt scheinet esbey ihnen zu seyn. Stanlep führt inseinen Anmerkungen über den Aesclip-lus eine Stelle aus einem alten Scho-liasten an, welcher sagt, daß zu desGrestes Zeiten ein gewisser Thommzuerst dramatische Spiele den Grie-che'» sehen lassen, os «Fköps
Suidas
nimmr für ausgemacht an, daßTbeapia der sechzehnte in der Zeit-folge gewesen sey; für den ersten gicbter einen gewissen tSpigencs ans Si-cpon an, der mehr als hundert Jahrvor dem Thespis gestorben.
Obgleich nach der gewöhnlichenErzählung Aeschylus der erste guteTranerspielcr gewesen, so nennt Gni-daa Stüke, die den phrpniclms, ei.neu berühmte» Dichter, zum Urheber
Tra
hatten; und auch lLusebirrs nenntandre vor jenem. Plate» sagt aus-drüklich, daß die Tragödie lange vorThespis im Gebrauch gewesen *).Es ist nicht unwahrscheinlich, daßdie feyerlichenBegrabnisse großer Hel-den das Trauerspiel veranlasset ha-ben, da die vornehmsten Thatcn derVerstorbenen dabey vorgestellt wer?den. Wir finden, daß verschiedeneDichter bey dem Grabe des Theseuaum den tragischen Preis gestritten ha-ben. Düse Art des Wettstreites hatsich lange unter den Griechen erhal-ten. Artemista hat bey dem Begräb-niß ihres Gemahls Mausolns Wett-streite zu scineni Lobe halten lassen,die vermuthlich aus Tragödien be-standen haben; dennA. Gollmasagt, daß noch zu seiner Zeit eineTragödie, Mausolus, von demThooSorces, der einer der Streiterwar, vorhanden gewesen sey. Esherrscht also in der Geschichte diesesGedichts große Ungewißheit. Undwie soll man folgende Stelle desAristoteles verstehen?',,Dieser (.Ari-starchns) war ein Zeitverwandtcrdes Euripjdes, welcher zuerst demDrama die ihigc Form gegeben s)."Doch stimmen die Nachrichten undMuthmaßungen darin überein, daßdie Gesänge des Chors, so wie imTrauerspiel, also auch in andernGattungen des Drama, ursprüng-lich der wesentliche Thcil desselbengewesen. Deswegen wurde die zwi-schen den Chören vorkommende Hand-lung Cpiloclium genennt. Aristote-les sagt, daß die ältesten Chöre vonSatyrcn gesungen worden;, und Ta-saudonus ss) führt eine Stelle ansdem Tuöpmus an, aus welcher er-hellet, daß die Chöre des Trauer-spiels
") S. Plat. /Acib. n gegen das Ende.
") I..X, c.17
-j') Ot>7-c)5
üv^7?/6^, 65 F/5 7-6 k-vv
-j-f) De l»c^r.cs poeli.