Druckschrift 
4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
562
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56a Tra Tra

den Dichter fty, wenn er einen be- zuthunhabe. Es konnte nicht an-kannten Inhalt wählt- Er hat als- ders als schädlich seyn, wenn der Zu-dann nicht nöthig, die handelnden schauer zwey wichtige HandlungenPersonen so vieles, das der Handlung zugleich überdenken, und jeder in ih-vorhergcgangen, erzählen zulassen; rcr Entwiklung folgen müßte. Eineweit die Sachen dem Zuhörer schon einzige beschäfftiget ihn ganz, daherbetonnt sind. Bei) etwas verwikel- sind die Trauerspiele von doppeltertcn Begebenheiten ist es höchst schwer, Handlung als fehlerhaft in der An-den Zuschauer, dem die Handlung läge zu verwerfen. Sie könnennoch ganz unbekannt ist, auf eine große cinzele Schönheiten haben,natürliche Weise in den rechten Ec- aber cinzele Scenen machen keinsichtspunkt zu setzen. So sind in Trauerspiel aus.

Corneilles Äodogüne die Erzahlun- Die Handlung muß vollständig undgen der Laodice, die diesen Endzwek ganz seyn, das ist, man muß ihrenhaben, fast unausstehlich. Also Anfang und ihr Ende sehen. Wennkommt hier zuerst die Behandlung der Anfang mangelt, so ist der Zu-ber Fabel in Betrachtung. Aristo- schauer unruhig und ungeduldig zutcles verlangt zuerst davon, daß sie wissen, warum die handelnden Per.vollständig, ganz und von einer an- souen in so großer Wirksamkeit sind,standigen Größe sei). Kein Mensch kann sich enthalten,Im Trauerspiel muß also eine wenn er einen Zusammcnlauf vonHandlung zum Grund gelegt wer- Leuten sieht, die ein wichtiger Ge-ben, das ist, es muß ein wichtiger genstand beschäfftiget, zu fragen,Gegenstand da seyn, der die Thatig- was die Ursache davon scy. Sokeic der handelndcnPersonen in einem lang er diese nicht weiß, kann erhohen Grad reizt, Glük oder Unglük, das, was er sieht, nicht gehörig be-graster Vortheil oder großer Scha- urthcilcn. Die Begierde, zn ersah-d-.m> oder, wie man sich mit einem rcn, wie dieser Handel angefangenWorte ausdenkt, ein wichtiges In- habe, macht, daß er weniger aufteresse, an dem die handelnden Per so- das, was geschieht, Achtung gicbt.neu Ancheil nehmen. Sie müssen Erst alsdann, wenn man die U>«nicht auf die Bühue kommen, um fache oder Veranlassung einer wich-sich über geschehene oder zukünftige rigen Handlung weiß, hat man dieDinge zu unterreden; denn dieses Aufmerksamkeit völlig auf das gerich-machr kein Schauspiel aus; son- tet, was nun vorgeht,deru sie müssen etwas unternehmen, Dieses ist nicht so zu verstehen,etwas, das sie wünschen, ^n crhal- daß das Tranerspiel »othwendig beyten suchen, oder etwas, das sie der ersten Vcranlassnng znrHandluugfürchten, zu hintertreiben. Denn anfangen müsse. Denn dieses wäredadurch werden nicht nur alle See- vielmehr ein Fehler. Die Veranlas-lenkraste der handelnden Personell suug gehört noch nicht zur Handlunggereizt, sondern auch die Zuschauer selbst. Aber man muß sie dem An-werben in Aufmerksamkeit und Er- schauer zu wissen thun; zwar kannWartung gesetzt. dieses geschehen, wenn die HandlungEs muß nur ein solches Interesse schon angegangen: aber es muß baldzum Grunde liegen, das die Anfmerk- geschehen. So fängt Sophoklessamkeit beständig in der gehörigen seinen Ajax nicht damit an, daß erSpannung unterhalte, und der Zu- uns sehen laßt, aus welcher Ursache,schauer nur mit einem einzigen Gc- und wie er rasend wird; er ist es schon,gcnsiand, der ihn ganz beschäfftiget, Aber wir erfahren gleich, waium er