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was für eine Art und was für ein
Maaß der Rührung sie zu erreichengesucht haben.
Das Trauerspiel der Begebenhei-ten kann auf zweyerley Weise behan-delt werden: entweder kann das volleUnglük, das den Inhalt der Hand-lung ausmacht, schon vom Anfangvorhanden seyn; oder es entsteht erstdurch die Handlung. Im ersten Fallmuß die Handlung so geführt werden,daß sie mit dem Ausgang, den dasUnglük hat, mit dem, was dadurchin dem Zustand der handelnden Per-sonen hervorgebracht wird, ihr Endeerreicht; so wie in dem VeGpua zuTheben des Sophokles, und im Hlp-polirbus des Euripidcs, dem Ajax,des Sophokles. Im andern Fallentsteht das Unglük aus der Hand-lung, welcbc sich eigentlich damit en-diget. Diese Art scheinet von gerin-germ Werth zu feyn, als die crstere.
Endlich haben wir noch die vierteGattung zu betrachten: dasTrauer-spiel der Unternehmungen. DieHandlung desselben besteht in einerwichtigen Unternehmnng, wie z. B.die in der Elektra, in der Iphigeniein Taurio und tausend andern. Esist leicht, die Wichtigkeit dieser Gat-tung einzusehen. Das Gemüth istgleich vom Ansang in einer großenSpannung, und von Seite der han-delnden Personen werden die wich-tigsten Gemüthskraftc angestrengt.Bald ist die höchste Klugheit, baldgroßer Verstand, bald Verschlagen-heit, bald ausnehmendcrMuth, baldVerleugnung seiner selbst, bald eineandere große Eigenschaft des Geistesoder des Herzens, oft mehrere zu-gleich, durch die ganze Handlung inbestandiger Würksamkeit. Dazu kom-men denn die dagegen arbeitendenKräfte, die zu'übcrwindcn sind, wennder Ausgang dem Unternehmen ge-mäß, oder die überwunden werden,wenn das Unternehmen fehl schlagt.Kurz, was in dem Bestreben der Mcn-Vierrsr Theii.
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schcn groß und wichtig seyn kann,was Zufall und gute oder schlechteAufführung bcwürkcn oder veranlas-sen , kann in dieser Gattung vorge-stellt werden. »
Dieses Trauerspiel kann zur Schu-le jeder heroischen Tugend werden:zugleich aber kann es jede Gefahr,womit große Unternehmungen ver-bunden sind, jeden Zufall, der sie be-fördert oder zernichtet, jede beför-dernde oder hindernde Ursache großerBegebenheiten vor Augen legen. Ander Wichtigkeit dieser Gattung kannniemand zweifeln; so wenig, alsan der Schwierigkeit, die sie hat.Denn keine Gattung erfodcrt mehrVerstand und Ucberlcgung, als diese,mehr Kenntniß der menschlichen Ge,schäffte und Kräfte.
Aus alle» diesen Anmerkungen er-hellet hinlänglich, auf wie viclcrleyArt das Trauerspiel nützlich werdenkönne, wenn es nur gehörig behan-delt wird. Man sieht aber auchzugleich, daß die glükliche Ausfüh-rung desselben nur von Männern zuerwarten sey, die über das gemeineMaaß der Denkungsart erhabensind. Niemand bilde sich ein, daßeine interessante Begebenheit, dieernsthafte Empfindung crwekt, inskurze gezogen, und ans der Schau-bühne vorgestellt, eine gute Tragödieausmache. Es wird dienlich scyu,die Haupteigenschafteu eines gutenTrauerspiels hier, in Betrachtung zuziehen. Aristoteles hat sechs Punkteim Tranerspiel angemerkt, deren je-der eine besondere Betrachtung ver-dienet: die Fabel, die Sitten, dieSchreibart, die Sittensprüche, dieVeranstaltungen der Schaubühne,die Musik. Wir wollen von jedembesonders sprechen.
Bon der Beschaffenheit des In-halts, oder dem tragischen Stoff,ist bereits gesprochen worden. Wiemerken darüber nur noch dies einzigean, daß es ein großer Vortheil für
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