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4 (1794) [R - Z]
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so vicl gewiß zu seyn, daß der Stoffdazu vorzüglich von öffentlichen undNanonalangelegeuheiten zu nehmensey. Es ist ohne Zweifel eine fürjeden Staat wichtige Sache, daßder Bürger desselben jede Privatan-gelegenheit in Vergleich»«»-» des all-gemeinen Interesse für etwas gcrin-ges halte: ohne diesen Geist kannkeine Nation groß, vielleicht nichteinmal stark, und in ihrer Verfas-sung fest seyn. Durch öftere Vor-stellung sogenannter bürgerlicherTrauerspiele aber würden die Zu-schauer sich gewöhnen, an Privat-angelegenheiten eben so starken undwarmen Autheil zu nehmen, als anöffentlichen.

Wenn wir dem tragischen Schau-spiel fein eigenes Ziel zu setzen hätten,so würden wir es so setzen, daß dieGemüther der Zuschauer dadurch ge-stärkt, zu großen und männlichen Ge-sinnungen geführet, und für die wich-tigsten öffentlichen Angelegenheitenzu außerordentlicher Anstrengung derKräfte gereizt würdem -Wir würdenvorschlagen, die Tragödie zu einen,völlig männlichen großen Schauspielzu machen, und die Leidenschaftender zärtlichen Art auf die comischeBühne einschränke». Wir würdendie Liebe zur Freyheit, die Begierdenach edlem Ruhme, den Eifer fürdas allgemeine Beste, Abscheu undWiderfttzung gegen Gewallthätig.keit, Verachtung des Privatinteresse,selbst des Lebens, wenn es auf denDienst des Staates ankommt, undandre große heroische Gesinnungenzur Grundlage der tragischen Schau-bühne vorschlagen. Freylich gewin-nen die Trauerspiele von zärtlicher»»Inhalt fast durchgehende, besondersin Deutschland, den allgcmeinestenBeyfall. Denn jeder Mensch istzärtlich trauriger Empfindungen fä-hig, und geneigt, die Wollust einesunthätigen Mitlcidens zu genießen.Vielleicht kommt eö eben daher, daß

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fast durchgehends im Trauerspiel dieTugend leidend, und durch cine trau-rige Katastrophe besiegt vorgestelltwird. Sollte man es aber für dietragische Bühne weniger schiklich hal-ten, baß die Tugend nach einemschweren und wichtigen Kampf denSieg davon trüge, und die ganzeHandlung einen glüklichcn, aber dochgroßen und bcwundrungswürdigcnAusgang bekäme?

Es giebt Charaktere, Leidenschaf-ten, Begebenheiten, Lagen und Un-tcrnehmungeu, die man vorzüglichtragisch nennen kann, weil sie sichsehr gut zur Tragödie schiken. Diefinstere Eräusamkeit eineö Tyrannen,die Standhaftigkeit in höchsten Un«glüksfällen, und überhaupt jede vor-zügliche Größe der Seele, die sich bei)»vichtigen Gelegenheiten zeiget, sindtragische Charaktere. Zu tragischenLeidenschaften rechnen »vir Haß, ZornRachgrerde, Eifersucht, au Personenvon großer Macht, oder »venu sieüberhaupt sich unter großen, undmerkwürdigen Umstanden zeigen. Dieheftigste Liebe kann nur unrcr selte-nen Umständen wahrhaftig tragischseyn '). Aber väterliche, oder eheli-che Zärtlichkeit kann große tragischeSituationen hervorbringen. Tra-gisch sind die Begebenheiten und Un-ternehmungen vorzüglich zu nennen,wobey es auf die Rettung oder denUntergang ganzer Gesellschaften, gan-zer Staaten, ankommt. Derglei-chen Gegenstände haben die wahretragische Größe, wodurch die Zu-schauer unwidcrstchlich hingerissenoder erschüttert »Verden.

(*) Hiehee gehören diejenigen Schrift»steiler, welche von dem Vergnügen antragischen, oder traurigen Gegenständenhandeln. Sa, indessen, die Zahl der,selben in so ferne sehr Kroß seyn wurde,

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5) S. Aebr,