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Durchbisse blos mechanisch scheinen-den Eigenschaften der Rede kann dieKraft deö Inhalts zernichtet, oberaufs Hochsie gebracht werben. Manstelle sich bei) der berühmten Antwortder Mevoa in dem Trauerspiel desLorncille vor, daß Medea das I^lui!mit einer halb erloschenen weinerli-chen Stimme sage: so wird man be-greifen, daß alle Kraft derselben weg-falle; ober daß der alre Horaz die be-kannte Antwort: gu'il mourüt, miteiner stotternden, oder weichlichenEtinime vorbringe, so wird das Er-habene selbst lächerlich. Es ist be-kannt , daß die ernsthaftesten Redendurch eine comische Stimme lächer-lich, und TröstmMN durch den spot-tenden Ton zu Vorwürfen werdenkönnen.
In einem langsamen Affekt, wiedie Traurigkeit, die Zärtlichkeit, dieFurcht ist, geschwinde sprechen, oderin einem schnellcn Affekt, wie dcrZornist, langsam, würde der Rede alleKraft benehmen. Hieraus folget nunauch, daß Redner und Dichter dieWörter, Redensarten und Wortfü-gungen in Absicht auf den Ton sowählen müssen, daß sie natürlicherWeise geschwind, oder langsam flies-sen, so wie der Ton es erfodcrt; undhieher gehört auch alles, was au ei-nem andern Orte von dem leben-VigenAusdruk erinnert worden.In diesem Stük müssen Redner undDichter den Tonsctzcr und den San-ger zu ihrem Lehrer annehmen.
Auch in Rüksicht auf die Bedeu-tung, auf die Wortfügung, und dieWahl des Ausdruks, schreibet mander Rede cinenTon zu: und dieses istder dritte Hauptpunkt, den wir hierzu betrachten haben.. Wer von ge-ringen Sachen spricht, der verfehltde» Ton, wenn er vornehme, hoheWorte» feine Bilder, lebhafte Figu-ren, dazu braucht. Gemeine Sachenin einem hohen Ton vorbringen, heißt,Wie dcr Cyniker Diogenes sehr witzig
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bemerkt, ein bleycrnes Schwerdtanseiner elfenbeinernen Scheide ziehen;und Horaz nennt dieses ex kulgure
üaie iumum.
Man bemerke hier bor allen Din-gen. daß bald jede Gemüthölage ih-ren eigenen Ausdruk hat. Da manin verschiedener Fassung auch ver-schieden denkt, indem dem Fröhlichenalles lacht, und dem Traurigen alleSfinster vorkommt, so darf man essich gar nicht befremden lassen, daßauch der Ausdruk in Bedeutung derWörter, in Figuren, Tropen undBildern, sich nach dem innern Gefühldes Redenden richte. Es gehört un-ter die Geheimnisse der menschlichenNatur, daß einerley Sache gar sehrverschieden auf uns würkct, je nach-dem wir uns in einer Lage befinden.Diese Lage, die man auch die Stim-mung vea Gcmüthea nennen konn-te, bringt also den verschiedenen Tonin dem Ausdruk der Rede hervor. Istdieser Ton in Werken des Gcfchmakswol getroffen, so daß wir gleich dieGemüthslage des Redners, oderDich-ters daraus erkennen, so setzen wirschnell uns in dieselbe Lage; unddarauf kommt fast die ganze Wür-kung des Werks an.
Man wird dieses sehr leichte begrei-fen, wenn man bedenkt, daß die Mu-sik, deren Kraft so groß ist, wenn siegleich nicht durch Poesie unterstütztwird, durch nichts anderes ans unswürkct, als durch das, was wir hierTon nennen. Da die Melodie ohneWorte uns fröhlich oder traurig ma-chen kann, warum sollte nicht einLied, oder eine Ode, selbst da, wodie Worte wenig sagen, durch denbloßen Ton stark rühren können?
Darum ist der Ton eine der wich-tigsten Eigenschaften eines Werks derredenden Künste. Wir haben in demArtikel über die Ode Peyspiele vonsolchen Oden angeführt, die es gewistnicht durch ihren Inhalt, sondernblos durch den Ton sind; der also
würk.