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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
532
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55- THe

zuNutzemachen. JndemHoraz vonden Dichtem sagt:

>ur xroäelle volunr ,ur äelettsrepoecse,

^uc llmul erjucunll» er läone» lli»cerc virse.

zeiget er das doppelte Hauptinteressealler Künstler an. Wollen sie unsangenehm unterhalten, so können sieihren; Zwck nicht besser erreichen, alswenn sie uns Ecencn schildern, dievermöge derTheilnehmung unsr« Nei-gungen undLcidenstl>aftcn in lebhaf-tes Spiel setzen; und wenn sie nütz-lich und lehrreich seyn wollen, so kön-nen sie es eben dadurch auf eine vor-zügliche Weise seyn. Dieses ist aberbereits an andern Orten hinlänglichgezeigct worden *).

Die Thcilnehmung beruhet haupt-fachlich auf der Aufmerksamkeit, diewir auf die vorgeschilderten Gegen-stände richten. Je größer sie ist, jenichr vergessen wir unfern würtlichenZustand, und je starker fühlen wirden eingebildeten, in den wir uns« bey Gelegenheit dessen, was uns vor-gestellt wird, setzen. Deswegen mußder Künstler sehr besorgt seyn, daßdie Aufmerksamkeit auf den vorge-stellten Gegenstand durch nichts ge-schwächt, oder gar unterbrochenwerde. Alles was die Täuschung be-fördert, oder hindert, ist auch derTheilnehmung beförderlich oder hin-derlich: darum haben wir nicht-thig, was bereits hierüber gesagtworden**), zu wiederholen.

T h ü r.

(Baukunst.)

Unter diesem allgemeinen Namenbegreifen wir alle Arten der Oessnun-gen an den Wänden der Gebäude,die zum Heraus- oder Hcreingchcn,oder Fahren gemacht sind; folglich

,.') A. Empfindung; Leidenschast.

") S. Täuschung.

T h ü

außer dem, was man im eigentlichenVerstand Thurm nennt, die Portaleund Thorwege.

Der Baumeister hat in Ansehungder Thüren verschiedenes zu überlegen,das er nicht versäumen darf; beson-ders den Ort, wo er sie anbringt,ihre Gestalt und Größe. Die Naturder Sache bringt es mit, daß sie müs-sen in die Augen fallen. Hausthürenmüssen mitten an den Außenseitenseyn, weil sie einzele Stükc sind *),und weil auch der Bequemlichkeithalber dieses der beste Platz ist. DieThüren der Zimmer müssen so angc.brach, werden, daß dadurch nichtsunregelmäßiges entsteht. Sind siean einer den Fenstern gegenüberste-henden Wand, so müssen sie entwe-der auf einen Pfeiler oder auf einFenster treffen. Ucbcrhauptwird einnachdenkender Baumeister sie allemalso anzubringen suchen, daß wedervon außen» noch von innen die Re-gelmäßigkeit noch die Eurythmic ge-stöhrt wird.

Die Größe richtet sich nach derBestimmung und der Art des Gebäu-des. Das beste Vcrhältniß der Wei-te zur Höhe ist, wie i zu z.

Hausthüren, oderKirchthürcn, dieTheile der Außenseiten ausmachen,müssen natürlicher Weise, um dasAuge gerade dahin zu koken, eine et-was reichere Bauart haben, als dieübrigen Theilc.

, So wie wir überhaupt die Ocssnun-gen mit Bogen, wo sie nicht »och«wendig sind, verwerfen, so würdenwir blas gerade geschlossene Thürenzulassen. Eine ganz schlechte Wür.kung thun die mit einem vollen Bo-gen geschlossenen Thüren, wo ou da-neben siehcnden Fenster ohne Bogensind.

In Berlin ist der schlechte Gc-schmak aufgekommen, die Gewändeund den Bogen der Hausthürcn per-

speiti-

S. Symmetrie.