Druckschrift 
4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
522
Einzelbild herunterladen
 

Z22

T e r

Ter

gegen eine, die den Tenor singt.Eine helle und schone Tenorstimmc istdeswegen erwas «elttn; sie wird abernicht blos der Seltenheit, sondernvorzüglich der Schönheit halber hoch-geschätzt.

T e r e n z.

Acr bekannte römische Comödien-schrciber. Er war aus Carthago ge-bürtig , und in seiner Kindheit einSklave des römischen RathsherrnTereiuius Lucanus, der ihn gut erzo-gen, und noch ganz jung frcygespro-chen hat. Er war noch in der Kind-heit, ya Plantus starb; und schon inseinem achtzehnten Jahr soll die An-dria, sein erstes Stuk, gespielt wor-den seyn. Man erzählt bey dieserGelegenheit eine artige Anekdote vonihn,. A>6 er, wie es in Rom derGebrauch war, sein Lustspiel Andriaden Aebilen überreichte, sagte ihmder Aedil Cerius, der eben an derTafel war, er sollte sein Etük ihmvorlesen- Weil er unbekannt undschlecht gekleidet war, so wurde ihmneben dem Tisch eine Bank hingesetzt.Er hatte aber kaum einige Werse ge-lesen , gls Man so viel Achtung fürihn bekam, ihn zur Tafel zu zie-hen, und ihn zu bitten, das ganzeStük nach aufgehobener Tafel zulesen.

Er gewann bald große Achtung.Lalins und Scipio, zwey der erstenManner in Rom, waren seine Freun-de, und sollen ihm bisweilen beyVer-fertigung seiner Sinke geholfen ha-ben. Seine Feinde wollten ihm die-ses zur Last legen , er aber rechnetesiehs zur Ehre, und lehnt deshalb indem Prologo zu den Adclphis die Bc«schnldignng sehr schwach von sich ab.Einige haben geglaubt, daß die Freun-de, von denen der Dichter an ange-zeigtem Orte spricht, nicht Gcipiound ^älnio ftyn können, weil siedamals »och zu jung gewesen, son-

dern daß die vornehmen Manner, de-ren Deystand der Dichter nicht leug-net, O. Faberis Ä.abec> und Mar.Popilms, beyde consularische Män-ner und Dichter seyen; oder sie mey-nen, Sulp,trug Gallug, ein gelehr-ter Mann, der diese Schauspiele zu-erst in den conssilarischen Spielen ein-geführt, habe nnserm Dichter ge-holfen.

Nachdem er die sechs Ctüke, diewir noch haben, verfertiget hatte,reiste er noch vor seinem zz Jahrenach Griechenland, und ans dieserReise ist er gcstc- ben. Einige sagen,er sey auf der See bei) seiner Zurük-reise verunglükt. Er soll in'Grie-chenland log Comödien desMcnan-der übersetzt haben; sie sind, sowiedie Originale, verloren- Man wollteehedem wissen, daß von seinen sechsComödien der Phornno und die -He«cpra aus demApollodorus, die übri-gen aber aus dem Menander genom-men sind. Er hinterließ eine Töch-ter, die an einen römischen Ritter ver-hciralhet worden-

Cäsar scheinet den Tercnz gegensein Urbild, den Mcnander, schwachgefunden zu haben, wenn folgendesSinngedicht, wie man sagt, würklichvon diesem Dictator ist.

IM guoczue, tu !n lumrnix, näimi-

äisca ^lensaäer,lchueris, er meriro, pari sermonlssmsror.

l.enik>U5 srrzue urinsm tcriprls-.

zunöis furer visLomics, ut ! sec scrzuo virrus Pol-ierer k»n»re.Lum Lrsec!«, nc-^ue in bsc äespe-

ökus psrre jsrercs.l/uum boL mscerrrr er änleo, ribiäcelle, stchrenr!.

Von wem übrigens dieses kleine Ge-dicht seyn mag, so scheinet das Ur-thal, das darin von unserm Dichtergefallt wird, ganz richtig zu seyn.Ho vortrefflich seine Comödien sind,

so