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4 (1794) [R - Z]
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516
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Vollkommenheit, in einem unwahr-scheinlichen Grad, können der Täu-schung hinderlich ftyn. Ein Colorit,das schöner und glänzender, eineNe.gelmäßigkeit, die genauer ist, alsman sie in der Natur antrifft, sindder Täuschung schädlich. Das Ver-schönern der Natur, wovon mandein Künstler so viel vorschwatzt,kann also gefährlich werden: da hin-gegen gar oft überlegte Nachlaßig-keiten selbst sehr viel zur Täuschungbeylragen.

Dieses siehst man am deutlichstenin den Vorstellungen der Schauspiele.Die Schauspieler, die so sehr pünkt-lich sind, Gang, Stellung und Ge-behrden nach den Regeln der schönenTanzkunst einzurichten; die in demVortrag jede Sylbe nach den genaue-sten Regeln des Wohlklanges ausspre.chcn, und dergleichen Pünktlichkeitmehr beobachten, werden uns nie täu-schen, weil sie nicht in der schiklichenNachläßigkcit der Natur bleiben.Demnach^ wird überhaupt zur Täu-schung nicht der höchste Grad derVollkommenheit, sondern der höchsteGrad der Natur und die höchste Leich-tigkeit erfodert.

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Von berTäuschung überhaupt handelt:I. C.Röniz (Im i?tcn Abschn. S. 277.s. Philos. der schönen Künste. Oer Verf.glaubt, daß eigentlich nur strenge ioeali-schc Wahrheit, oder getreue Nach-ahmung tauschen könne, und theilt dieTäuschung in Natur- und Kunsttstuschungein). Ein (unoollcndctrr) Aufsatz imZ9trn Bde. S. >. u, f. der Neuen Bibl.der schönen Wissenschaften (vorzüglich inRücksicht auf das Drama.) Von derTstuschung in den bildenden Rünstenüberhaupt: Frc. Ruupoli (In cinrr f.Orzzione; in lboste stelle Vvlii 7Ar!Qrvrinne, e Lomgonimcnc! gocrici ...Köms 177/. 4.) Uedcr die mahleri-scheTstufchung ein Aufsatz in dem 2-.HefteS. -, der Mrusklschca Miseellancen.

T e in

Temperatur.

(Musik.)

Das Wort bedeutet überhaupt einewol überlegte kleine Abweichung vonder höchsten Reinigtest eines Inter-valls, um es dadurch in Verbindungmit andern desto brauchbarer zu ma-chen :*) besonders aber drükt mandadurch die Einrichtung des ganzenTonsystems aus, nach welcher einigenTönen ecwas von der genauen Rei-nigtest, die sie in Absicht auf gewisseTonarten haben sollten, benommenwird, damit sie auch in andern Ton-arten können gebraucht werden. Wirhaben in dem Artikel Spstcm gezci-gct, wie sowol das alre, als dasneuere reine diatonische System be-schaffen ftyn müsse. Setzet mannun, daß jcdeOttavc dieses Systems,b), D> L, b", L, 7^, L, kl, 0,so gestimmt fty, wie die dort ange-zeigten Verhältnisse es erfodern, unddaß man stch mit diesen Tonen, de-ren jeder, nur st und ausgenom-men, zur Tonica kann gemacht wer-den, begnüge, so hat man keine Tem-peratur nochig. Jeder zur Tonicaangenommene Ton hat zwar andereIntervalle, als die andern, aber siesind so beschassen, daß man mannich-faltige und schöne Melodien zu meh-rern Stimmen damit setzen kann.

So bediente man sich in der Thatdes diatonischen Systems bis in dasvorige Jahrhundert: damals aberfieng man an, einegrößereMamiich-faltigkcit von Tönen undModnlatio-ncn zu suchen. Man war nicht mehrzufrieden, blos aus sechs Haupttö-nen , und zwar aus jedem entwedernur in der großen oder in der kleinenTonart zu spielen. Die schon vorhereingeführten halben Töne Lis, lb--,lssis und (äis, wurden allmahlig da-zu gebraucht, baß man aus einemGrundtonc, der in dem ehemaligen

Syst, in

') S. Stimmung.