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gar alles Gefühl unsers äußerlichenZustandcs aufhört, und blößc Vor-stellungen der Phantasie klar bleiben,so ist die Täuschung vollkommen; istaber jenes Gefühl bios schwach, undweniger lebhaft als die Vorstellungender Phantasie, so ist sie zwar nichtvollkommen, aber doch hi»reich.eudgenug, daß wir von den Gegenstan-den der Phantasie so stark gerührtwerden, als von würklichen Eindrü-ken der Sinnen.
Wenn also Dichter und Schau-spieler durch das Drama so viel beyunS würken können, daß die Vorstel-lungen und Empfindungen von un-seren äußerlichem Zustande, die wirwahrendem Schauspie! haben, schwa-cher werden, als die, welche dieScene selbst giebt- so haben sie dieTauschung hinlänglich erreicht. Mansieht aber leicht ein, daß dieses nichtblas von der Beschaffenheit der Werkeder Kunst, sondern zum Theil auchvon uns selbst abbangt. Wer sichnicht in der Gemüthslage befindet,sich den Eindrüken, die von derKunst herrühren, zu überlassen, odersonst keine Wärme des Gefühls undder Phantasie hat, der ist schwerlichzu tauschen. Der Künstler muß alsoMenschen von Empfindsamkeit undeiniger Lebhaftigkeit der Einbildungs-krast voraussetzen. Hat er solche,so liegt ihm ob, sein Werk so darzu-stellen, daß es hinlängliche Täuschungbewürfet.
Hiebe,) kommt es überhaupt aufeine gänzliche Feßlung der Aufmerk-samkeit ans den Gegenstand der Kunstan. Denn es ist bekannr, daß dasAnstrengen der Aufmerksamkeit aufeinen Theil unfter Vorstellungen, dieandern, wenn sie gleich durch dieSinnen erwckt werden, so sehr
zusehen wünschet, wird auf die Zer-kilcderung der Vcrnunsl verwiesen,die Ich in den ?N«n >l >ires cie i '/Xcü-«iemie iiv^aie ci«. Sciences er KSNes»
I-eur«- im I. «75». gegeben habe.
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schwächt, daß man sie oft nicht mehrgewahr wird. Wenn wir demnachim Schauspiel verleitet werden, dieAufmerksamkeit völlig auf das zurichten, was auf der Scene vorgeht,so vergessen wir den Ort, wo wirUns befinden, die Zeit des Tagesund andere Umstände unsrer würkli-chen äußerlichen Lage, und bildenuns, so gut als im Traum, ein, wirseycn an dem Orte, den die Sccnövorstellt, und sehen die vorgestellteHandlung, nicht in der Nachah-mung, sondern in der Natur selbst.Und eben so geht es mit jeder Täu-schung zu.
Die Mittel aber, wodurch die Auf-merksamkeit, so wie die Täuschunges erfodert, gefesselt wird, sind vie-lerlei), und liegen sowol in der Ma-terie, als in der Form der Werke.Jede Art der ästhetischen Kraft, zueinem gewissen Grad erhoben, kamtdie Würkuna thun: und wir habenin de» meisten Artikeln dieses Werks,darin wir die verschiedenen Eigen-schaften eines vollkommenen Werksder Kunst besonders betrachtet haben,dasNvthige hierüber angemerkt. Inden Werken, deren Stoff aus dellsichtbaren Natur genömmen ist, be-ruhet die Täuschung größtenthcilsauf der vollkommenen Wahrheit dellNachahmung. Daher in. den Ge-mähldcn die Wahrheit des Colvrits,der Zeichnung und der PcrspektiSdie Täuschung hervorbringen.
Hingegen wird sie auch durch je-den Fehler gegen die Wahrheit plötz-lich ausgelöscht. Jede würklicheUnrichtigkeit, alles Widersprechen-de, Unwahrscheinliche, Gekünstelte,laßt uns sogleich bemerken, daß willnicht Namx, sondern Kunst volluns sehen. So bald wir durch ir-gend einen Unistand die Hand desKünstlers erbliken, wird die Auf-merksamkeit von dem Gegenstand,den wir allein bemerken kolken, ab-gezogen. So gar Schönheit undKk s Voll-