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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
514
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5»4 Tau

dem Tanzmclodicn ftyn kennen.

Sie leiden weder die Einheit desCharakters, noch die Regelmäßigkeitder Emschnitte, und kommen darinmit dein Recitativ übcrein. Manhat über diese Gattung wenig nach-gedacht: aber sie erfordert große Er-fahrung über die Kraft der Musikund den ißusdrnk der Modulation,der Forrschrcitting und der 'verschie-denen Bewegungen. Der Tonsetzermuß dazu eine große Geschiklichteitbesitzen, jcde Gemülhsbewegung aus-zudrüken. Denn alles, was derTänzer ausdrukl, muß schon durchdie Melodie und Harmonie angedeu-tet werden.

Täuschung.

(Schöne Künste.)

Aie Täuschung ist cin Jrrthum, in-dem man den Schein einer Sachefür Wahrheit oder Würklichkeir halt.Wenn wir bey einem Gemählde ver-gessen, daß es blos die tobte Vor-stellung einer Scene der Natur ist,und die Sache selbst zu sehen glau-ben: so werden wir getauscht. Die-ses geschieht auch, wenn wir eineHandlung auf der Schaubühne sonatürlich vorgestellt sehen, daß wirdabey vergessen, daß das, was wirsehen, blos Nachahmung ist, unddie Schauspieler würklich für die Per-sonen halten, die sie vorstellen.

Mau sieht sogleich, daß die guteWartung vielerWerke des Geschmaksvon der Tauschung herkommt, die siein uns bewnrkcn. In den Werken,die natürliche Gegenstande schildern,sie jenen aus der körperlichen odersittlichen Welt genommen, kommt dieHanvrsache auf die Täuschung an.Weiß der Künstler sie zu bewürfen,so ist er ziemlich Meister über dieGe-mürher "der Mensche»! er kann siemit Lust oder Verdruß, mit Fröhlich-keit oder Schrckcn erfüllen. Es isthemnach ein sehr wesentlicher Punkt

Täu

in der Theorie der Künste, daß dieUrsachen der Tauschung untersucht,und die Mittel, wodurch sie erhaltenwird, angezeigel werden.

Die gänzliche vollige Täuschung,ww die war, da der Ritter vonMancha in dem Marionettcnspiel vonDom Gaiforos und der schonen Me-lisandra, die Marionetten für diewürklichen Personen hielt, und denDegen gegen hölzerne Puppen zog.hat großeAehnlichkeit mit demTrau-me, in welchem wir unsre Phanta-sien für Empfindungen der Sinnenhalten. Deswegen kann auch dieBetrachtung der eigentlichen Beschaf-fenheit der Träume, uns einiges Lichtüber die wahren Ursachen der Tau»schung geben.

Die Ursachen der Täuschung inden Träumen sind offenbar. Sieberuhet auf einer gänzlichen Schwä-chung derjenigen sinnlichen Empfin-dungen, die in unsVorstcllungen vonden äußerlichen persönlichen Umstän-den, in denen wir uns befinden, er-weken. Wenn wir uns blos innererBorstellungen bewußt sind, denennichts bcygemischt ist, das sich aufdie Zeit, den Ort und alles, ivas zuunfern äußerlichen persönlichen Um-ständen gehört, bezieht: so kann esnicht anders seyn, als daß wir dieVorstellungen der Einbildungskraftfür würkliches Gefühl halten; weilgar nichts in den Vorstellungen ist,das uns deS Gegcntheils versicherte.Wir müssen nothwendig uns einbil-den, wir seycn an dem Orte, in denuns die Phantasie versetzt hat, wennwir von dem würklichen Orte, dawir uns befinden, nichts fühlen;nothwendig glauben, daß die Per-sonen, deren Bilder nur in der Ein-bildungskraft liegen, zugegen seyen,wenn unser Äuge alsdann nichts em-pfindet, das uns des IrrthumSüberführen könnte.*) Wenn also

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') Wer dieses etwas weit« ausgeführt

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