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zu scheu. Aber die andere Art erfor-dert in Ansehung der Anordnung derHandlung die Ücbcrlegung, mit wel-cher auch der dramatische Dichterseine Fabel zu behandeln hat, undvon Seiten der Tänzer ein gutes pan-tomimisches Spiel, um die Hand-lung verständlich zu machen;*) da-her diese Tanze besonders pantomi-mische Tanze gencnnt werden.
Hohe pantomimische Tänze sinderst seit wenig Jahren von Novcrrebcy Schauspielen eingeführt worden,nachdem er vorher m seinen über dasTanzen herausgegebenen Briefen **)die Theorie dieser Tänze mit vielerGründlichkeit entworfen hatte. Mankann den Balletmeistern sowohl dieseBriefe, als die verschiedenen Ent-würfe, die dieser geschikte Mann vonseinen in Wien aufgeführten pantomi-mischen Balletten herausgegeben hat,nicht genug empfehlen.
Die theatralischen Tanze werden,wie ihre Benennung schon anzeiget,nur auf der Schaubühne vorgestellt,und zwar insgemein als Zwischen-spiele zwischen den Aufzügen, unddann zuletzt auch zum Beschluß desganzen Schauspieles. Als Zwischen-spiele werden sie itzr nur in der Operdurchgcheuds gebrauchte bei)andernSchauspielen aber erscheinen sie ge-meiniglich nur am Ende, als ein be-sonderes Nachspiel, das mit demaufgeführten Schauspiel keine Ver-bindung hat. Selten haben auchdie zwischen den Aufzügen der Opervorgestellten Ballette würkliche Bezie-hung auf das Schauspiel, und sindin der Zhat nichts anders, als völ,ligc hör« ci'cLnvres, die die Eindrü-ke, welche das Schauspiel gemachthat, wieder ausloschen.
Nach unserm Bcdünken Ware esleicht, die Ballette mit dem Schau-spiel selbst nicht nur in Verbindung
') S. Pantomime.
") l.ckires kur la Danke par dir. Xo»verre.
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zu bringen, sondern sie auch daz»anzuwenden, daß sie den Eindrukdes Schauspieles unterhielten, oderauch verstärkten. Die Sache hat ansich so wenig Schwierigkeit, daß wirnicht einmal für nothig halten, unshier darüber einzulassen, nachdemwir an einem andern Orte die ver-schiedenen Mittel dazu bereits vor-geschlagen haben. *)
Tanzkunst.
Äaß diese Kunst eben so viel Rechthabe, ihren Rang unter den schonenKünsten zu behaupten, als irgendeine der andern, die durchgcheudshochgeschätzt werden, ist bereits ausdem, was wir in dem vorhergehen-den Artikel angemerkt haben, klargenug. Wer auf die ersten Gründeder Sache zurükgchcn, und überlegenwill, was für erstaunliche Kraft inder Form der menschlichen Gestaltliegt,"*) wird leicht begreifen, wasdiese Form, mit veränderten Stellun-gen und mit Bewegung verbunden,auszudrükcn vermag: daraus wirder den Schluß ziehen, daß an Stärkeder ästhetischen Kraft keine Kunst dieTanzkunst übertreffen könne. Wirbetrachten sie aber nicht in dem zufäl-ligen schlechten Zustand, in dem siesich gemeiniglich auf der Schaubühnezeiget, sondern in der Würde undHoheit, zu der sie erhoben werdenkonnte. Wir sind gar nicht in Ab-rede , daß sie fast durchgcheuds sichin einer Gestalt zeige, in der sie we-nig Achtung verdienet; aber eben des-wegen ist es wichtig, Männer vonGenie zu ermuntern, sie aus der Er.niedrigung empor zu heben. „Esist eine Schande, sagt ein Meisterder Kunst, daß der Tanz sich derHerrschaft über die Ecmüthcr, dieer behaupten könnte, begeben, und
blos
') S. Ballet.
") S. Reiz; Schönheit; Stellung.