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4 (1794) [R - Z]
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Tan

ttir nach nur von einzeln'Personengetanzt werden. Dergleichen Tanzescheinen bey den Griechen gewöhnlichgewesen zu ftyn. Man findet sogar,daß sie Charaktere cinzcler berühmterPersonen, einer Phäöra, einer Rho-0ape, einesAcdiilcs, durchdenTanjgeschildert haben. Es laßt sich auchgar wol begreifen, wie bekannte Cha-raktere durch Musik und Tanz kön-nen abgebildet werden. Wie der ge-meine gesellschaftliche Tanz, der bloseine vorübergehende Gemüthslagcschildert, nnt dem Lied übereinkommt:so hat ein solcher Solotanz von be-stimmten, Charakter einige Aehnlich-kcit mit der Ode; und die Musikmüßte dazu so eingerichtet werden,daß bey jeder Wiederholung die Stro-phe mit Veränderungen gespielt wür-de, damit der Tänzer Gelegenheitbekäme, den Charakter, den er schil-dert, in verschiedenen Schattirungens" zeigen.

Die theatralischen Tanze werdennur von Tänzern von Profession alsein Schauspiel aufgeführt. Man thei-let sie insgemein in vier Gassen ab.Die erste oder unterste Classc wirdGroteok'e genennt! ihr Charakter istAusgelassenheit oder etwas Aben-thcuerlichcs. Diese Tanze stellen imGrunde nichts, als ungewöhnlicheSprünge und seltsame narrische Gc-bchrden, Lustbarkeiten und Aben-theuer der niedrigsten Classc der Men-schen vor. Der gute Gcschmakkommt dabey wenig in Betrachtung,und es wird auch so genau nicht ge-nommen, ob die Cadcnzcn der Tan«zer mit denen, die die Musik macht,so genau übereinstimmen oder nicht.Dieser Tanz crsodert hauptsächlichStarke.

Die zweytc Classe machen die rö-mischen Tan;e aus. Ihr Inhalt istschon etwas weniger ausgelassen, undsie schildern Sitten, Lustbarkeiten undLiebcsinkrigucn des gemeinen Volks.Bewegungen Md Sprünge sind we-

niger ausgelassen, aber doch lebhaft,etwas muthwillig und stark in dieAugen fallend. Sie müsscn aber im-mer etwas belustigendes und fröhli-ches haben. Die Hauptsache ist hierLeichtigkeit, schnelle künstliche Bewe-gung und etwas muthwilliges.

Die dritte Classe begreift die Tan-ze, die man in der Kunstsprachehalbe Charaktere chemi L»raököres)nennt. Ihr Inhalt ist eine Hand-lung ans dem gemeinen Leben, in demCharakter der römischen Schaubüh-ne, ein Liebeshandel, oder irgend eineJntrigue, darin schon Personen vonnicht ganz gemeiner Lebensart vcr-wikclt sind. Diese Tanze erfodernschon Zierlichkeit, angenehme Manie-ren und feinen Gcschmak.

Die vierte Classe begreift die Tänzevon ernsthaftem hohen Charakter,wie die tragische Schaubühne ihn er-fodert. Sie bestehen entweder inSolotänzen, die blos große und ernst-hafte Charaktere schildern, oder inganzen Handlungen von bestimmtemInhalt. Hier muß schon alles, wasdie Kunst an Stellung und Bewe-gung zum Ansdrnk grosser Empfin-dungen darzustellen vermag, zusam-men kommen. Von diesem hohenTanz, der eine bestimmte Handlungvorstellt, haben wir im ArtikelDalletbesonders gesprochen.

Jede der vier Gattungen des thea-tralischen Tanzes kann von zwcyer-lcyArt ftyn. Entweder schildern sieblos Charaktere und Satten, ooer siestellen eine bestimmte Handlung mitVerwiklung und Auflösung vor. Imersten Falle haben die verschiedenenAuftritte des Tanzes keine genaueVerbindung n tter einander; es istschon hinlänglich, daß die Einheitdes Charakters durchaus beybebaltenwerde: im übrigen kann der Ballct-ineister nach Gutdünken die Scencnbald mit mehr, bald mit wenigerPersonen anfüllen, und hat nur aufAbwechslung und Mannichsalligkcit

zu