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ten, daß sowol für dir Jugend, alsfür das reifere Alter, Tanze von al-lerhand Art zu erfinden waren, diein der Ausübung als würkiiche He-bungen in edlen Empfindungen anzu-sehen waren- Warum sollten nichtTanze möglich seyn, wodurch z. V.die Jugend gegen Aeltern ehrfurchts-volle Liebe an den Tag legte; odersolche, die Bescheidenheit und Mäßi-gung, Standbaftigkcit bey Wider-wärtigkeiten, Muth in Gefahren, unddergleichen ausdrükten, und wodurchalso die Tanzer sich in dergleichen Em-pfindungen übten- Wir wollen unsaber hier an diesem bloßen Wink be-gnügen, und Tanzern von wahremGenie überlassen, denselben weiter zuverfolgen, und nun von den bekann-ten Arten der Tanze sprechen.
Man theilct insgemein die Tanzein zwei) Hauptmassen ein, deren einedie gemeinen oder gesellschaftlichenTänze (la bell« «laute), die anderedie theatralischen Tanze, begreift.Die gemeinen Tanze sind zum gesell-schaftlichen Vergnügen erfunden wor-den ; deswegen müssen sie auch so be-schaffen seyn, daß sie von Personen,die kein Hauptgeschaffte aus derTanz-kunsi machen, können gelernt werden.Die hohen Tanze können schon künst-licher seyn; weil sie nur von Tänzernvon Profession, die besonders dazubestellt sind, aufgeführt werden.
Die gesellschaftlichen Tanze kom-nien darin mit einander übcrein, daßzwcy, oder mehr Personen gemein-schaftlich nach einer kurzen Melodie,die in Bewegung, Takt und Rhyth-mus ihren eigenen bestimmten Cha-rakter hat, nach bestimmten Figureneine bestimmte Anzahl zusammenge-setzter Schritte machen, und diese solange wiederholen, als sie Lust ha-ben. Diese Tanze sind in ihrer Artdas, was in der Musik die Lieder,die eben so aus einer kleinen AnzahlTakte und Einschnitte bestehen, die
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man so lange wiederholt, als manzu singen Lust hat.
Bald jedes Land hat seine eigeneArt des gesellschaftlichen Tanzes, undwir haben die Charaktere der bekann-testen in verschiedenen Artikeln ange-zeiget-*) Ihr allgemeiner Charakterbesieht barin, daß sie, wie das Lied,eine gewisse Empfindung oder eiüeGemüthsart ausdrüken, die sichdurchaus gleich bleibet; so daß die-ses Tanzen, wie das Singen der Lie-der, den Zwck hat, sich eine Zeitlangin dieser Gemüthslage zu unterhalten.Diese Empfindung ist in einigen hü-pfende Freude, wie im schwäbischenTanz, in andern galante Gefälligkeit,mit Ehrerbietung verbunden, wie inder Mcnnet u. s. f. Diese verschiede-nen gesellschaftlichen Tänze haben sichin Europa mehr oder weniger aus-gebreitet, und verschiedene sind sodurchgchcnds angenommen worden,daß sie bey allen Gelegenheiten, woin gesellschaftlichen Zusammenkünf-ten getanzt wird, vorkommen, wiedieMenuet und verschiedene englischeTänze. Man scheinet aber darindurchgchcnds übereinzustimmen, daßder Mcnuet der Vorzug über alleTanze dieser Art einzuräumen sey.Es ist auch in der That schwerlichein andrer Tanz erfunden worden,worin so viel Zierlichkeit, edler An-stand und höchst gefälliges Wefeuanzutreffen wäre.
Man könnte zwey Arten solcherTänze machen. Die erste würde so,wie die gewöhnlichen, für mehrerePersonen zugleich-eingerichtet seyn,und eine Gemüthslage, sie sey sittlichoder leidenschaftlich, zum Ausdrnkhaben, in welcher sich natürlicherWeise eine ganze Gesellschaft zugleichbefinden kann. Die andre Art könnteetwas naher bestimmte Charaktereausdrüken. Diese müßten ihrer Na-
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») S. Allemande; Menuet; Pelonvlseu. a- m.