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Kraft' einer solchen Bewegung ver-stärken, so müßte man sie mit Mu-sik begleiten,, deren Takt und Rhyth-mus genau mit denen, die in derBewegung sind, übereinkommen;denn das Ohr vernimmt alles Me-trische weit leichter, als das Auge.Daß dieses das Wesentliche des Tan-zes sey, laßt sich so leicht fühlen,daß auch die Volker, bcy denen derEcschmak noch völlig unentwikelt ist,ihre Tanze mit Musik begleiten.Setzet man nun noch hinzu, daßdurch Minen, Stellung und Gc-behrdcn jede Art der Empfindung indieser rhythmischen Bewegung könneangebracht werden, so begreift mangar leichte, wie der Tanz zu einen,Werke des Geschmaks werden könne,das an ästhetischer Kraft jedem an-dern den Vorzug streitig macht. Esist keineGemüthslagt, kein Gemüths-charaktcr, keine Leidenschaft, die nichtdurch den Tanz auf das lebhaftestegeschildert werden könne.
Aber der Tanz hat, wieder Ge-sang, vor allen Werken der Künstenoch dieses voraus, daß er nichtdlos durch die lebhafte Schilderungwürkct, sondern überdem durch dieAusübung eine weit größere Krafterhalt, als irgend ein anderes Werkder Kunst, das wir blos durch dasAnschauen, oder AnHorm genießen.Wie das Lied, das wir selbst singen,ungleich mehr Kraft auf uns hat, alsdas, welches wir blos anhören: sohat auch der Tanz nur auf diejeni-gen, die ihn würklich ausüben, dievollcste Kraft. Man wird darumvon keiner andern Kunst so augen-scheinliche und so lebhafte Würkungsehen, als die ist, die der Tanz aufdie tanzenden Personen macht. Dennman hat, wo ich nicht irre, Bey-spiele, daß Menschen sich zu Tode ge-tanzt haben: so sehr groß ist die Be-gierde die Rührungen zu empfinden,die das Tanzen hervorbringt.
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Hieraus folget nun, daß mandurch die Tanzkunst ungemein vielauswürfen konnte, wenn nur Ge-schmak und Genie die Arbeiten nnddie Anwendung der Kunst leiteten.Man ist zwar gewohnt, das Tanzenals eine bloße Lustbarkeit anzusehen,die keine größere Wichtigkeit hat, alshundert andere Ergoylichkciten, de-nen Niemand großen Werth beylcgt;und ich zweifle nicht, daß es man-chem seltsam, oder gar ungereimtvorkommen werde, wenn er sehenwird, daß wir hier das Tanzen anseinem etwas ernsthaften Gesichts-punkt betrachten. Da wir aber indiesem ganzen Werke gar alle schonenKünste und selbst die geringem Werkederselben, die man durchgchmds nurals Gegenstände des Zeitvertreibesansteht, in dem vollen Werthe be-trachtet haben, den überlegende Ver-nunft ihnen geben kann; so soll unsdas Vornrtheil gar nicht abhalten,auch den Tanz von seiner wichtigenSeite zu betrachten.
Wenn man bedenket, was für ei-ne große Kraft Tanze von etwas leb-hafter Art haben, die Gesellschaft derTanzenden vergnügt zu machen, undwie sehr es oft geschieht, daß durchTanze zwischen Personen, die sich vor-her mit gleichgültigen Augen angese-hen haben, eine ticfsitzende Zuneigungerwachst, so wird man auch begrei-fen, daß verschiedene andre Empfin-dungen durch das Tanzen in den Ge-müthern ansgewekt und zu einem be-trächtlichen Grad der Starke konn-ten erhöht werden. Da mm nichtdaran zu zweifeln ist, daß durch Mi-nen, Stellung und Bewegung jcdeEmpfindung auszudrükcn ist, so istauch nicht abzusehen, warum nichtsollten Tanze verfertiget werden kön-nen , die zu Erwekung und Verstär-kung jeder gegebenen Empfindungtüchtig seyn sollten.
Wenn wir dieses voraussetzen, somüssen wir es auch für möglich hal-ten,