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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
487
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S » st

kk ausgenommen, vergrößert oderverkleinert werden konnte.

Nun trafcs bisweilen, daß ein auseinem gewissen Ton gesetztes Lied fürdiejenigen, die es singen mußten, zuhoch oder zu tief gieng. Da mußtenun nothwendig das Stük in einenandern höhern, oder liefern Ton ver-setzt werden. Allein dieses konnteselten so geschehen, daß die Intervalledieselben blieben; der ganze Gesangmußte nothwcnbig seinen Charakterverlieren, wenn der Ton, in welchendas Stük herauf oder herabgesetztwurde, im System andre Intervallehatte, als der ursprüngliche Haupt-ton. Wir wollen z. B. setzen, manhatte einen Gesang, dessen Haupttont) war, aus dem Ton v singen wol-len: so gab diese Transposition demErundton eine andre Sexte, als diewar, die der Grundton L hatte.Andre Trauspositioncn hatten so gardie Terz verändert, und statt der klei-nen eine große gegeben u. s. f.

Es ist sehr zu vermuthcn, daß die-ses die Organisten veranlasset habe,auf Einführung mehrerer Tone zudenken, wodurch sie die Bequemlich-keit erhalten konnten, den transpo-nieten Gesang dein ursprünglichenahnlich zu machen. Wir wollen;. V.setzen, ein Organist habe auf ein Mit-tel gedacht, den Ton (Z dem Tone Lahnlich zu machen. Da begreift manleichte, daß er darauf fallen müssen,zwischen ss und (i noch einen halbenTon einzuschalten/um in ss auf ebendie Weise zu schließen, wie in cl ge-schlossen wird. Und ans diesem Vey-spiele wird man auch die allmahligeEinführung der übrigen Semitouicneis, vis und eis leicht begreifen.Dadurch wurde also allmahlig dasSystem mit neuen Tönen bereichert,und man bekam anstatt der ehema-ligen acht oder neun Töne in derOctavc nun dreyzehen *).

') Ehe diese Semltonien auf den Or-geln eingeführt worden, konnten zwar

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Cs ist aber ein Jrrthum, wennman diese neuen Töne für chromati-sche Töne ausgicbt; sie können chro-matisch gebraucht werden*): aber siewurden anfänglich blos diatonisch ge-braucht, vis als die große diatonischeSeptime von v, so wie die Septimevon 0 war u. s. f. Wie aber übri-gens diese neuen Töne in ihren Ver-hältnissen gegen v beschaffen gewesen,läßt sich nicht genau bestimmen; weilvermurhlich jederOrganiste nachdemGehör, und wie es die Absicht, in derer jeden neuen Tön angebracht hat,crfoderte, wird gestimmt haben.

Nachdem man einmal so weit ge-kommen war, ficng man in der neuemZeit an, auf eine ganz andre An-wendung dieser vier neuen Sayten,oder Töne zu denken. Denn nun be-merkte man, daß das System vondreyzehn Tönen so könnte eingerich-tet werden, daß jeder zu einer To-nica, und zwar sowol nach der har-ten, als nach der weichen Tonartgemacht werde» könnte; so daß mananstatt der zwölf alten Töne, dereneinige die harte, andere die weicheTonart hatten, nunmehr vier undzwanzig haben wollte, davon zwölfdie harte und eben so viel die weicheTonart hätten.

Ob dadurch die Musik gewonnen,oder verloren habe, wollen wir hiernicht untersuchen; es ist heftig darü-ber gestritten worden. In dem Arti-kel über die Tonarten der Alten wirddieser Streit berührt werden. WirH h 4 - müssen

die Sänger dlc Jnternalle des tranS-ponirtcn Tones so trcffcn, w!c sieindem msprünglichen waren, aber dieOrgel haue sie nickt. Daher findetman noch Stäke, da sogar die Terz,wcil sie der Orgel fehlte, aus demDrcgklang weggelassen worden. Manbegnügte sich, daß die Sänger sie an-geben konnten. Hieraus wird cs sehrwahrscheinlich, daß dieses die Einfüh-rung der fehlenden Scmitvnicn vH.aa-lasser habe.

') S. Chromatisch.