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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
483
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S p st

eine oder andre Sayte ihrcrLyra da-zu angeschlagen haben. Dieses ist,nach unserm Vermachen, die ältesteWeise zu singen, und den Gesang miteinem Instrument zu begleiten.

Nun wurde dieses System von vierSaytcn allmählig durch neue Tonevermehret. Boethius sagt, Chore-bus, des Lydischen Königs AchisSohn, habe die fünfte, Hpagnis diesechste, TerpanSer die siebente, undFbpchaonausSamos die achte Say-tc hinzugethan. 'Andre schreiben dieallmähligcn Vermehrungen des Sy-stems andern zu; keiner aber sagt unseigentlich, wie eS vermehrt worden.Da wir es für überftüßig, auch wolgar für unmöglich halten,diesen höchstzweifelhaften Punkt der Geschichteder Kunst aus Vergleichung der al-ten Nachrichten in ein volles Licht zusetzen, so begnügen wir uns, blos ei-nige wahrscheinliche Muthmaßungenüber den Ursprung des alten diatoni-schen Systems hier beyzubringen.

Vorläufig merken wir an, daßman die Erfindung oder Zusetzimgneuer Sayrcn nicht so verstehen müsse,als wenn die Erfinder blos in der Hö-he oder Tiefe der Lyra eine neue Say-te hinzugefügt hätten, um ihr einenweitern Umfang zu geben. Die Er-findung bestund darin, daß die grös-sern Intervalle, nämlich Quart und-Quinte, in dem System des Mercu-rius allmählig durch dazwischen ge-setzte Töne ausgcfülltworden. Die-ses läßt sich aus dem Namen abneh-men, den die Griechen der Octavc ge-geben haben*), verdeutlich anzeiget,daß sie den Bezirk derOctave für denUmfang des ganzen Systems gehal-ten haben, der gar alle Töne in sichbegriffe. Sayten, die über die Ocka-ve herausgicngcn, gaben also keineneue Töne, sondern wiederholten nurdie schon vorhandenen, eine Octavehöher, oder tiefer. Dieses kann man

S. Octave.

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so wenig eine Erfindung nennen, alsman einem Orgelbauer eine Erfin-dung zuschreiben würde, der seinerOrgel in der Höhe, oder Tiefe überden gewöhnlichen Umfang noch einpaar Töne zusetzen würde

Demnach bestund die Erfindungneuer Saytcn darin, daß zwischen dieursprünglichen Sayten andre gesetztwurden, die gut einpaßten.

Zufolge der vorher angeführtenSage bestund das älteste System desMercurius aus vier Sayten, die zweyTetrachorde, oder Quarten ausmach-ten. Wir wollen uns dieses System,nach unsi er heurigen Art die Töne znbezeichnen, so vorstellen:

^ 0 I k - g.

Es bestund also aus zwey Quarten,^ l), und L s, und aus zweyQuinten, 4 und I) Daßaber die Alten dieses System als einSystem von zwey Quarten angesehenhaben, ist daraus klar, weil es her-nach, als sich ihre Töne sehr vermehrthatten, zur beständigen Gewohnheitworden, sie nach Quarten zu stim-men. Die oberste und unterste Say-te eines Tclrachords, als ^ und D»wurden zuerst nach einer reinen Quar-te gestimmt, hernach stimmte mandie dazwischen liegenden Töne.

Nun entsteht also die Frage, nachwas für einem Grundsatz die Erfin-der neuer Töne mögen verfahren ha-ben, um zwischen/i, und !), oderzwischen lL und a, neue Saytcn zusetzen.

Da die Quarte das Hauptintervalldieses ersten Systems war, so scheinetes natürlich, daß dem ersten Vcr-mehrer eingefallen fty, dem zweyrenTon des Systems I) auch eine Quartezu geben. Wenn wir diese durch ötbezeichnen, so hat das System nunfünf Sayten, ^ Ls.

Will man diese Töne in Zwllenausdrillen» und für den tiefsten Ton^ die Zahl Z setzen, so würden nunH h 2 die