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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
482
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festgesetzten, die seine Beschaffenheitaliein hervorbringen kann.

Wenn wir also setzen, Mercurius,oder wer der sonst seyn mag, der zuerstden Einfall gehabt, zwischen die Hor-ner eines Sticrschädcls einige Say-tcn zu spannen, und diese Lyra zurBegleitung seiner Lieder zu brauchen,sey nun in der Arbeit begriffen, diesenSaytcn eine Stimmung zu geben,die sein Gehör befriedige: so entstehtdie Frage, was er etwa für Gründehaben mochte, diese Saytcn so undnicht anders zu stimmen; oder mankann fragen, wie wird dieser Erftn-der wahrscheinlicher Weise seine Say-ten stimmen? Da man natürlicherWeise voraussetzen kann, er habeschon lange vorher sich im Singengeübct: so wird man auch annehmenkönnen, er werde die Tone, die ihmin seinen Liedern am meiste» gefallen,auf das Instrument zu bxingen su-chcn, nämlich die gefälligsten Conso-nanzen. Es kann aber zu unsrcr Ab-sicht hinreichend seyn, wenn wir unshier dlos an die alrc Tradition derGriechen halten, und die allgemeineFrage an diesem besonder» Fall un-tersuchen. Die Erfindung der Lyrawird dem Mercurius zugeschrieben;und mait sagt, er habe sie mit vierSayten bespannt, die so gestimmt ge-wesen, daß die tiefste gegen die hoch»sie die Octave, gegen die zweytc dieQtmtt«, und gegen die dritte dieOminle angegeben habe. Folglichhätte das erste System ans vier To-nen bestanden, die sich so gegen ein-ander verhalten, wie in unserm Sy-stem die Tone tl, II (Z, a.

So großes Mißtrauen ich sonst indie Sagen der Griechen setze, sokommt mir diese dock) wahrscheinlichvor. Ich glaube, daß in jedem Lan-de der Welt, wo die Menschen eini-ges Gefühl für Wolklang haben, einSystem, das nicht mehr als vierSaytcn haben sollte, nach einigenVersuchen gerade so würde gestimmt

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werben; weil diese Intervalle die sind,die man durch Probircn bcy allmahli-ger Erhebung der Stimme am leich.testen cnrdcken und ins Gehör fassenkann. Es ist ganz natürlich, daß derSänger, der seinem Instrument vierTone geben will, mit feiner Stimmevielfältige Versuche machen werde,um die vier Töne zu eittdcken, die ihmals die angenehmsten vorkommen.Nun weiß aber jedermann , daß esnicht möglich ist, ein System vonvier Sayten zu finden, die überhauptmehr Harmonie geben, und sich zumEinstimmen bey dem Gesang, oderzur Begleitung besser schiken, als ge-rade diese vier, die eine Octave, zweyOuinten und zwey Ouarten enthal-ten. Hiezu kommt aber noch, daßjedes dieser Intervalle, wenn manes durch Probiren der Stimme ein-mal getroffen hat, sich sehr leichtewiederholen und ins Gehör fassenläßt. Deswegen waren die angezeig-ten vier Töne am leichtesten zu cnt-dekcn, und auf dem Instrument zustimmen; und aus diesem Grundehalten wir die griechische Sage für sowahrscheinlich, daß wir alles fernereNachforsche» über die erste Beschaf-fenheit des cinfachcsten Tonfystemsfür überfiüßig halten, da dieses derwahrscheinlichsten Erwartung hin-länglich genug thut.

Nun war freylich mit diesem erstenTonfystem wenig auszurichten. In-dessen soll doch die Lyra eine ziemlicheZeitlang nur diese vier Töne gehabthaben. Wenn dies ist, so müssenwir vermuthcn, daß die Sanger nichtauf jede» Ton, den sie gesungen, aucheine Saytc der Lyra werden ange-schlagen , sondern es so gemacht ha-ben, wie noch itzt geschieht, da manauf einen Baßton viel andere Tönein der Höhe singt. Also werde» dieSänger ihren Gesang nach Gutdün-ken ans der Kehle herausgebracht,und etwa bisweilen, wo sie glaub,ten, daß es sich am besten schile, die

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