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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
481
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S y st

oder mehr andern zusammengesetztbetrachtet wird, System: in diesemSinne kann die Octavc so genenntwerden, in sofern sie aus einerQuart und. einer Quinte zusammen-gesetzt ist; die Quinte, in sofern sieans einer kleinen und einer großenTerz zusammengesetzt ist u. s. f. Inbesonderm Sinne wurde der Nameder Quarte gegeben, in sofern sie aufverschiedene Arten ans kleinern In«tcrvallen zusammengesetzt wurde, de-ren Beschaffenheit die sogenanntentiener», oder Gattungen des Sy-stems ausmachten, nämlich das cn-harmvnische, chromatische und dia-tonische. Auch die ganze Reihe derTone, die von den freyen Sayten ei-nes Insirnmenrs angegeben wurden,hieß das System; daher denn endlichauch die Bedeutung des Worts ge-kommen ist, nach der es die ganzeReihe aller in derMnsikbrauchbarenTone vom tiefsten bis zum höchstenanzeiget. Zu allen diesen Bedeutun-gen kommt in der heutigen Musiknoch die, nach der man auch den fünfLinien, aufweiche die Noten gesetztwerden, den Namen des Systemsgicbt; insgemein aber werden dieseLinien das Llkorens/siem gcnennt.

Wir werben in diesem Artikel dreyzur Theorie der Musik gehörigePunkte betrachten, von denen dasWort System gebraucht wird, i. DasSystem einer diatonischen Octavc:2. das System aller im Bezirk einerOctavc liegenden, in der heutigenMusik brauchbaren Tone, und z. dieReihe aller Tone uiiftcr Musik vomtiefsten bis zum höchsten.

i. Ohne Zweifel haben die Men-schen lange gesungen, che es cincinnachdenkenden Kopf einfiel, eineReihe bestimmter Tone für den Ge-sang festzusetzen. Die Geschichte sagtuns nichts Zuve» laßiges von der Er-findung eines Tonsysiems; aber dader menschliche Geist sich in allen Zei-kn in dem allgemeinen Gange, aufVierter Thcil.

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dem er seine Erfindungen macht:gleich bleibet, so haben wirhicrnichtnöthig, uns in der Dunkelheit deshöchsten Alterthnms um Nachrichtenvon dem Ursprung desselben umzu-sehen. Wir kennen noch genug halb-wilde Völker, die ohne festgesetztesTvnsystem Lieder singe»; und es istzu vermulhcn, daß die Griechen undandre Völker des Alterthnms, bey de-nen die Mustk zu einer ordentlichenKunst geworden, es-eben so werdengemacht haben. Der natürlicheSänger wählt die Töne, wie die Em-pfindung sie ihm in die Kehle legt,und weiß von keinem System, ausdem er sie zu wählen hätte. Wennman einigcn Neisebeschreibcrn glau-ben sollte: so müßte man aus die Ber-muthung fallen, daß unser heutigesdiatonisches System der menschlichenKehle natürlich und gleichsam ange-bohren wäre. D>nn sie geben unsvon verschiedenen Völkern, die bloßeNaturalisten sin Singen sind, Liedernach unser,» diatonischen System inNoten gesetzt. Aber man kann sichdarauf wenig verlassen; und ver-muthlich würde ein heutiger Negeroder Irokese sein von einem Euro-paer diatonisch aufgesetzresLied, wennes ihm vorgesungen würde, eben sowenig erkennen, als Cicero seine Re-den, von einem heutigen Schüler de-clamirt, erkennen würde.

Es ist höchst wahrscheinlich, daßder Gebrauch der Instrumente denEinfall, gewisse Töne festzusetzen, er-zeugt habe. Sowol Pfeifen, als be-saytcte Instrumente sind Erfindun-gen, auf die auch halbwilde Völkerleichtfallen. Wollte nun der Erfin-der eines solchen Instruments etwassingbares darauf herausbringen, somußte er nothwcndig ein System vonTonen darauf festsetzen, weil dasInstrument nicht so wie dieKehle je-den Ton angicbt, den das Ohr desSpielers verlangt, sondern nur die

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