48»
S Y M
in den Andantinos ohne Kraft undAusdruk; auch achtet kein Zuhörerin Italien auf die Symphonie.Graun hat ungleich mehr Kunst undCharakter in seine Opernsymphonicngebracht! doch fehlte seiner zartli-chen Seele das hiezu nöthige Feuer.Der schöne Gesang, der ihn nie ver-ließ, so schätzbar er, auch ist, ist injeder Symphonie doch nur von mat-ter Wartung. Man glaubt einefeurige Opernarie zu hören, die vonInstrumenten vorgetragen wird.Graun würde in diesem Fach vonfeinem Bruder, dem verstorbenenConcrrtmeistcr, übertreffen wordenftyn, der i» einigen Kammersympho-nien den wahren Geist der Sympho-nie getroffen hat. Auch hat Haffeihn hierin übertroffen, obgleich des-sen Opernsymphonicn auch viel aricu-mäßigcs haben.
Die Franzofen suchen in ihrenSymphonien vordenOperetcenTan-deleyen mir erhabenen Gedanken ab-zuwechseln. Aber alle ihre Erhaben-heit artet in Schwulst aus; man darf,um sich hievon zu überzeugen, nurdie erste die beste französische Sym-phonie in Partitur sehen, oder anhö-ren. Da die Operetten überhauptmehr Charakteristisches, als die gros-sen Opern haben, so ist es nicht aus-gemacht, baß es jedesmal eine Sym-phonie seyn müsse, womit das Stükanfängt. Manche Operette kann ei-nen Charakter haben, wozu sich dasGroße der Symphonie gar nichtschikt. Hier wäre Gelegenheit, neueFormen zu erfinden, die jedem Stükangemessen waren, und denen manden allgemeinen Namen Inrroou-ccic»i geben könnte, damit sie nichtmit der Symphonie, die eigentlichimmer nur die Pracht und das GroßederJusirumentalmusik zum Endzwekhaben sollte, verwechselt wurden.
Die Kirchensymphonie unterschei-det sich von den übrigen vornehmlichdurch die ernste Schreibart. Sie
Syst
besteht oft nur aus einem einzigenStük. Sie vertragt nicht, wie dieKammersymphouie, Ausschweifun-gen oder Unordnung in den melodi-schen und harmonischen Fortschrei-tungcn, sondern geht in gesetzten undnach Beschaffenheit des Ausdruks desKirchenstüks geschwinderen oder lang-samem Schritten fort, und beob-achtet genau die Regel des Satzes.Sie hat statt des Prächtigen oft einestille Erhabenheit zum Endzwek, undverträgt ain besten eine pathetischeund wol ausgearbeitete Fuge.
Symphonien haben, unter mehrcrn,gesetzt: Ioh. Adam, C. F. Abel, Azais,C. P. E. Bach, I. C. Bach, Georgeund Franz Bends, Am. Bailieux, Frz.Beck, L. Boccherini, I.J.C.Bode, Bo,ncsi, Bronchi, Am. Bulant, Gins.Cambini, Chcstn. Cannaluch, Gaud. Co-mi, Czarth, Oesormcry, Devicnne/Dittersdorf, E. Cichner, Mich.,'Wer,Anc. Filz, Förster, Flor. L. Gaömami,I. I. G. Gaper, G. Gcbel, Fre. Jos.Gvffec, I. Th. Grrincr, C. H. Graun,F.G.Graun, Ioh. Harrmann, Haffe,Haydn, C. F. Hennig, Hoegk, beop.Hosmann, Frz. AM. Hofmeister, Horn,Jgn. Holzbauer, I. W. Hrctel, Ja-nitsch, Frz. Jgn. Kaa, A. Kammel, I.F. Klöster, v. Kvspvth, G. A. Äreust.ncr, Frz. Kraft, Kürznigcr, F. P. Mil-zen, bampugnam, LeehmannS, C. G.üdarti, Loeenzili, Anbr. Luchesi, L.Maier, G. B. Marrini, A. W. F.MiSliweczek, Miraglio, Mozart, Nr-ruda, G. Pugnani, Raab, Richter,Riebt, Rose, Stamitz, Schwindel,M. G. Treschi, Vanmalder, Wagen-seil, u. v. a. m. —
System.
(Musik.)
Aas Wort hat mehrere Bedeutun-gen. Die Griechen nannten jedesIntervall, in soseru es als aus zwey,
oder