473 SY M
gar kein Grund dazu vorhanden, daß
zu Heyden Seiten einer Allee gleicheund ahnliche Theile seyen sollen! folg.jich fallt auch da die Symmetrieweg; sie schiket sich da eben so wenig,als in einer Landschaft. Auch derschlechteste Mahler wir' sich hüten,eine solche zu mahlen, die ans zweygleichen und ähnlichen Halsten de-stehet.
Eben so wird sie auch in den ge-wöhnlichen Balleten, da die Figu-ranten allemal rechts und links aufgleiche Weise vertheilt sind, gewiß-braucht. Daraus entstehet ein ebenso steifes und gezwungenes Wesen,als man in einigen alten Gcmahlden,steht, in denen die Personen symme-trisch gestellt worden.
Ueöcrhaupt ist also die Symmetriediese besondere Art der Ordnung, dagleiche Theile^ auch gleich gestelltwerden. Daher entstehet in denMerken, wo dieses Statt hat, eineMitte, die gleichsam den Augenpunktausmacht. Es ist aber für die sym-metrische Anordnung vortheilhast,daß das Auge sogleich nach dieserMitte gerichtet werde, ans welcherdas Ganze mit der größten Leichtig-keit zu übersehen ist. Daher kommtes, daß die Baumeister insgemeindie Mitten der Außenseiten an Ge-bänden durch besondere Zierrathcnunterscheiden, damit sie sogleich be-merkt werden.
Symphonie.
(Musik.)
Ein vielstimmiges Instrumentalstük.das anstatt der abgekommenen Ou-vertüren gebraucht wird. DieSchwie-rigkeit eine Ouvertüre gut vorzutra-gen , und die noch größere Schwie.rigkeit, eine gute Ouvertüre zu ma-chen, hat zu der leichteren Form derSymphonie, die Anfangs aus einoder etlichen fugirten Sinken, d>c mitTanzstüken von verschiedener An ad»
Sym
wechselten, bestand, und insgemeinParrie genennt wurde,Anlaß gegeben.Die Ouvertüre erhielt sich zwar nochvor großen Kirchensiüken und Opern;und man bediente sich der Partienbios in der Kammermusik: alleinman wurde der Tanzstüke, die ohneTanz waren, auch bald müde, undließ es endlich bey ein oder zwey fugir-ten oder unsugirten Allegros, die miteinem langsamcrn Andante oder,Lar-go abwechselten, bewenden. DieseGattung wurde Symphonie gencnnt,und sowoi in der Kammermusik, alsvor Opern und Kirchenmusiken ein-gcführct, wo sie noch itzt im Ge-brauch ist. Die Instrumente, diezur Symphonie gehören, sind Violi-nen, Bratsche lind Baßiiistrumen-lc; jede Stimme wird stark besetzt.Zum Ausfüllen oder zur Verstärkungkönnen noch Horner, Hoboen undFlöten dazu kommen.
Man kann die Symphonie mit ei-nem Jnstriimcntalchvr vergleichen,so wie die Sonate mit einer Iustru-mcntalcantate. Bey dieser kann dieMelodie der Hauptstimme, die nureinfach besetzt ist, so beschaffen ftyn,daß sie Verzierung vertragt, und oftsogar verlanget. In der Sympho-nie hingegen, wo jede Stimme mehrw>e einfach beftyc wird, muß derGesang oen höchsten Nachdruk schonin den vorgeschriebenen Noten ent-halten und in keiner Stimme die ge-ringste Verzierung oder Coloratne,vertragen können. Es dürfen auch,weil sie mehr wie die Sonate einUedungsstük ist, sondern gleich vomBlair getroffen werden muß, keineSchwierigkeiten darin vorkommeil,die ntchc von vielen gleich getroffenund deutlich vorgetragen werdenkönnen.
D>e Symphonie ist zu dem Ans«drnk des Großen, des Feyerlichcnund Erhabenen vorzüglich geschikt.Ihr Enozwck ist, den -zuhörcr zu ei-ner wichtigen Musik vorzubereiten,
oder