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Doppelstrophen, da immer der zwey-leThci! der Strophe der Empfindungeine veränderte Wendung gäbe, könn-te es schiklich seyn, jeder Hälfte derStrophe ihr eigenes Sylbenmaaß zugeben. Doch wäre dieses auch nichtallemal nöthig > weil bisweilen blosdie veränderte Länge des Verses dazuhinlänglich seyn könnte.
Es ist stl)on anderswo erinnertworden, *) wenn unsrc Dichter an-gefangen haben ungleichartige Shl-benmaaße in dem Lyrischen und an»der» Versen zu versuchen. Es istwahrscheinlich, daß die nähere Be-trachtung der besonder» Beschaffen-heit der Ode diese Veränderung vcr-anlasset habe. Man inachte lyrischeVerse, in denen mehrere Arten derFüße abwechselten, da in eiuemVersbald ein Spondäus» bald ein Dakty-lus, bald ein Jambus oder Trochäusvorkam; und dieses ungleichartigeSylbenmaaß wurde auch in den zueiner Strophe gehörigen Versen ab-geändert, da man vorher den Stro-phen nur durch die verschiedene Län-ge der Verse die Abänderung verschafftharte. Nachdem die ersten Versuchevon Pyra, Langen, Ramlern und ei-nigen Verfassern der bremischenBey-träge Bcyfall gefunden, wurden all-mälssig alle Arten des griechischenSyldenmaaßes von unsern lyrischenDichtern versucht. Aber Klopstokund Ramlcr sind darin am glüklich-sten gewesen. Dem erster» haben wirauch den Heranieter zu danken. DemTonsetzer machen zwar diese Sylben-maaße sehr viel mehr zu schaffen, umseinem Gesang dazu alle rhythmischeVollkommenheit zu geben, als da erblos Lieder von gleichartigem Syl-benmaaße in Musik zu setzen hatte.Doch wissen sich gute Tonsetzer auchaus diesen Schwierigkeiten heraus-zuziehen.
Das ungleichartige Sylbenmaaßhat fiiiicr Natur nach mehr Mannich-S. Lyrisch.
Syl
faltigkeit, als das gleichartige; eSgehört aber auch ein feineres und ge-übteres Ohr dazu, die Annehmlich-keiten desselben zu fühlen, als zu un-fern alten gewöhnlichen Sylben-maaßen. Darum würden wir im-mer noch rathen, solche Gedichte, dieauch für unwissende, völlig ungeübteLeser bestimmt sind, nach unscrn ehe-maligen Sylbcnmaaßen einzurichten.Herr Schlegel hat unscrs Erachtenswol bewiesen, daß einerlei) Sylben-maaß dennoch gar verschiedene Cha-rattere des Tones, vom Sanften undZärtlichen bis zum Starken undFürchterlichen, annehmen könne-")Man muß sich darum noch nicht ein-bilden, baß das trochäische, oder jam-bische, oder ein anderes Sylbenmaaßsich mit Ausschluß anderer zu gewis-sen Charakteren allein schikc.
Von den Gylbenmaasten der Al.ten handeln besonders:. Hephasiiou(lle ,VIerri«, ex eciir. piiucv, t/Irrsj.17:6. 4. gr. n. tat. b. A ) — Unter denLateinern : Der Grammatiker Diome-des < im zteu Buche, in der Ausgabeder alten Grammatiker von Putsch,nc>v. 160;. 4. S. q?L u. s.) — pris.ciauus (l)e vertibu» comicis, ebcnd.S. >z>!>.) —> Marc. Serv. Honora-tus (/ws <Is cenrum Xlerris, ebrnd.S. >8>5. einzeln von L.v. Suiten, b»Z<l.L. 1783. 8) '—' Max. Victorinussve c-rminc deroico, cbend. S. 1955.De rariane mccrorum, cbend. S,i?6z.)— Neda ( Oe merrica rsrinne, S.2z;o.) — Ter. Maurus sl)e . . .?eilidus er kckerriz, ein Gedicht, ebend.S. zz8z. auch einzeln, Meyl. >4??. k»!.Par, i;z>. 4. Ikx vi?, 3rg»lir. 1584. 8.gedruckt.) — Marius Victormus(l)e Orcbogr. er kckecriz, I_U>. IV.a. a. O. S. 245°.) — Mar. Plorius(Ls^kecriz, ebcnd. S. s6iz.)— Taes.
Nassus
*) In seiner Abhandlung von der Har-monie des Verses.