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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
472
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Punkt vorzuglich, ein andrer in einemandern. Darum werden nicht eherWerke, die in allen Thcilen vollkom-men sind , an den Tag kommen, bisgroße Künstler vielerlcy Werke ihrerVorgänger gesehen haben, in denensie stükweise jeden einzeln Theil derKunst in seiner Vollkommenheit er.dliken. Man sagt von dem großenRaphael selbst, daß er nicht eher zuder Hohe gekommen, in der wir ihnitzt bewundern, bis er die Gcmähldedes Michel Angcio gesehen hatte. Fürjunge Künstler konnte nichts wichti-geres Zcthan werden, als daß jedervorzüglich große Künstler aufrichtigöffentlich bekannt machte, was erin einem oder dem andern Thcile derKunst, aus Betrachtung fremderWerke, gelernt hat.

Eowol in dieser, als in andernAbsichren ist es nützlich, wenn gu-te Lebensbeschreibungen berühmterKünstler bekannt gemacht werden.Ihre Methoden zu studiren, die Um-stände, in denen sie sich befunden,ihre Bekanntschaften, und alles, wasüberhaupt etwas zu ihrer Bildungbeygetragen hat, kann andern zu wich-tigen Lehren dienen.

Stukkatur.

(Baukunst.)

Aas Wort kommt vom italiänischenLtucco, welches eine Art Mörtel be-deutet, der aus Kalk und fein geflos-senem Marmor gemacht wird. Ausdiesem Stuk werden allerhand Zier-rathen der Baukunst, als Laubwerk,Fesivne, Blumen und Früchte, Car-tnschen n. d. gl. verfertiget» die manüberhaupt Grnköalurarbeit nennt.In den Gebäuden werden vornehm-lich die Gesimse und Dcken der Zun.nier mit Etukkaturarbeitcn verzieret;man kann sie aber auch an den Aus-senftitcn anbringen, wenn sie nur demRegen nicht allzusehr ausgesetzt sind.Hier zu Lande wird blos aus dem gc-

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Meinen Kalkmörtel, wie die Maurerihn brauchen, und gebranntem Gypsein Stuk gemacht, der auch außenan den Gebäuden sehr dauerhaft ist.Es scheinet, daß Virruvius von derStukkaturarbeit untet dem NamenLoronarium opus spreche.

Der Stuk ist weich, wie Thon,und läßt sich also mit kleinen eisernenSpateln bearbeiten. Wenn er frischangemacht ist, wozu weiter nichtserfodcrt wird, als daß man unterfrischen Maurermörtel etwa die Hälf-te (auch mehr oder weniger) gebrann-ten frischen Gyps mischt, .so ist erganz weich, und wird allmählig aufdie Stelle, wo man Zierrathen an-bringen will, aufgetragen. Nacheiner kurzen Frist wird er etwas stei«scr, so daß man ihn entweder inFormen drükcn, oder auf andreWeise nach Belieben bilden kann:währender Arbeit aber wird er im- rwer steifer, so daß man ihn zuletztmit verschiedenen eisernen Instrumen-ten beschneiden, und bcschaben kann,um allerhand feine Zierraihen her-auszubringen. Nach wenig Tagenist er schon so hart, wie ein trokencrThon, und mit der Zeit nimmt erauch eine mittelmäßige Steinharte an.Wird er fleißig und sorgfältig, auchzu einer Zeit gemacht, da er völlig Ahart werden kann, che Frost oderRegen darüber geht, so ist er auchvon außen sehr dauerhaft, wie anvielen Häusern in Berlin zu sehen,wo dergleichen Arbeit zu Verzicrun.gen der Fenstereinfassungen sehr ge-wöhnlich ist.

Diese Arbeit ist deswegen schätz-bar, peil sie in Vergieichung dessen,was ähnliche Zierrathen, in hartenStein, oder auch nur in Holz ge-schnitzt, kosten, sehr geringen Aus-wand erfodert. Aber wenn sie auchso gemißbraucht wird, wie seit etii- ^chen Jahren in Berlin geschieht, daßman die Außenseiten der Häuser ganz

damit