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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
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468
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Es giebt einfache und Doppelstro-pben. Die einfachen machen, wiedie so eben angeführte, nur eine ein-zige Periode aus, die am Ende einenHauplruhepunkt hat. Die Doppel-sirophe besieht aus mehr Versen, diezwey rhythmische Hauptabschnitteausmachen, wie folgende:

Welche Fluren! Welche Tänze!

Welche schon gcflochtnc Krause!

Welch ein sanftes Pmpurlicht!

Sanfter mar die Achrgcnröthe,On des Wäldes Grün erhöhte,Mir im schönsten l'enze nicht *)!

Obgleich die zweyte Hälfte genau die-selbe metrische Beschaffenheit hat, alsdie ersie: so empfindet man doch, daßder Ton sich etwas abändert.

Bisweilen aber har der andre Thcilder Strophe ganz andre Verse, undalsdann unterscheiden sich die bepdeuAbschnitte noch merklicher, wie hier:

Hier, auf diesem Aschcnkruge,

Weint die Freundschaft ihren Schmerz,

lind mit diamantncin Pfluge

Zieht der Kummer Furchen in mcinHerz.Finsteruiß und Stille!linker eurer Hülle,tad'lch Erb' und.Hinimel ZUM Gehör.Klagen will ich: Ach mrln LieblingIst nicht mehr

Diese Doppelsirophcn gleichen denTanzmclodicn, die insgemein eben-falls aus zweyTheilen besiehe», diesich im Ton unterscheiden. Biswei-len unterscheidet sich die zweytc Hals-te der Doppclsirophe von der erstenauch durch das Sylbenmaaß.

D>c Ovppelstrophen geben denLiedern große Annehmlichkeit, wegender Veränderung des Tones, beson-ders wenn im zweyten Theil auch derRhythmus sich ändert, wie in derso eben angeführten Strophe. Dieeigentliche Ode scheinet 5<e Doppcl-sirophe weniger zu vertragen.

*) Jacobi.

Die Karschmn.

S t u

Studium.

(Schöne Künste.)

Au einem vollkommenen Künstlerwerden drey Dinge zugleich erfodert,Genie, Kenntnig und Fertigkeit. Daserste glebt die Natur, daS xwcycewird durch das Studium, u>'v dasdritte durch Uebung erlanget. Wirverstehen also durch Stno um alleBemühungen, die der Künstler anzu-wenden hat, um die Kenntnisse jederArt, die ihmnöthig sind, zu erlan-gen. Bisweilengiebt mandcmWortauch eine weitere Bedeutung, und be-greift auch die Uebung selbst mir sar-unter; wir sprechen aber von dieserbesonders. Doch schließen wir di«Uebung nicht ganz vom Studiumaus; denn es gehöret noch einiger-niaaßen mit zumStudiren, daß mansich in der Fertigkeit zu sehen und zuempfinden übe. Der Mahler mußsein Auge, der Tonsetzer sein Ohr,und jeder Künstler überhaupt Ver-stand, Gcschmak und Empfindungan allen Gegenständen der Kunstüben: und dieses ist von der eigent-lichen Uebung, das, was man em-pfunden hat.auszudrüken, unterschie-den , und kann noch zum Studiumgerechnet werden.

Wenn man Natur und Kunst ge-gen einander stellt, in der Absicht zuerforschen, was jede zum vollkom.wencn Künstler bcytragc, so gehörtauch das Studium zur Kunst: undso hat es Horaz ohne Zweifel verstan-den, wenn er bcyo.,l einen gleichenAntheil an der Vollkommenheit einesWerks zuschreibt. Das Genie, undwas man überhaupt Gaben der Na-tur nennt, sie bestehen in äußerlichenoder innerlichen Fähigkeiten, macheneigentlich die Grundlage des Künst-lers ans; aber man würde sich sehrbetrügen, wenn man glaubte, daßaußer dam dann weiter nichts, alsäußerliche Uebung in dem Mechani-schen der Kunst hinzukommen müsse.

Man