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monie hat, und deswegen Töne,oder Harmonien aufeinander folgenläßt, zwischen denen die genaue Ver-bindung fehlet.
Eine sehr genaue und vertrauteBekanntschaft mit der Materie, dieman zu behandeln hat, ist das sicher-ste Mittel das Steife zu vermeiden.Wer von Sachen spricht, die ihmselbst noch etwas neu und unbekanntsind, muß sich nothwendig bisweilenetwas steif ausdrüken. Man verstehtinsgemein das Hvrazische ncmumprämatur in annum nur von derAusarbeitung der Werke des Ge-schmaks; es ist aber noch wichtiger,es auf das Ueberdcnken dcrMatcrie,oder des Stoffs anzuwenden. Zwarhaben leichtsinnige Kopfe die Gabe,von Dingen, die sie nur halb erken-nen, mit Dreistigkeit und einer schein-baren Leichtigkeit zu sprechen, so daßman sie keiner Steifigkeit beschuldi-gen kann. Aber dann fehlet es anRichtigkeit und Wahrheit. Es istnicht wol möglich, ohne Steifigkeitsehr bestimmt und gründlich zu seyn,wenn man nicht zugleich seine Ma-terie lang und vollkommen über-dacht hat.
Steinschneider; Stempel-schnetder.
N5ir nehmen diese bcyden Arten derKünstler hier zusammen; weil unterihren Künsten eine genaue Verwandt-schaft ist, und, wenigstens in denneuern Zeiten, Viele beyde zugleichgetrieben haben, auch in bcyden großgewesen sind, obgleich die Behand-lung der Arbeit sehr verschieden ist.Won diesen beyden Künsten und ih-ren Werken, den geschnittenen Stei-nen und den Schaumünzen, habenwir bereits in besondern Artikelngesprochen, also bleibet uns hiernur übrig, von den Künstlern selbstzu sprechen.
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Daß das Alterthum viele sehrgroße Meister in bcyden Künsten be-sessen habe, ist aus der beträchtlichenMenge vortrefflicher Werke, die nochvorhanden sind, hinlänglich abzuneh-men. Ob aber dgs Stempelschnei,den bey den Alten eine besondere Knnstgewesen, oder ob die Steinschneiderauch die Stempel zu den! Münzen ge-macht haben, ist mir nicht bekannt.Aus dem Edikt des Alexanders, des-sen Plinius »nd andere gedenken,welches ein Verbot enthielt, daß einanderer als Apclles ihn mahlen,ein andrer als Lysippus (Apnlcjusnennt den Polyklet, statt des Lysip-pus,) seine Statue machen, und einandrer als Pyrgoteles ihn in Steinschneiden soll, mochte man bcynaheschließen, daß auch die Münzen die-sem letzten allein aufgetragen gewe-sen. Denn aus den Münzen diesesEroberers und seiner Nachfolger,die sich bis auf unsre Zeit erhaltenhaben, kann man sehen, daß großeKünstler dazu gebraucht worden.War ihm nun daran gelegen, daßsein Bildniß nur von großen Mei-stern verfertiget würde, wie sich al-lerdings aus jcneiü Edikt schließenlaßt, so siebet man nicht, warumnicht auch der Stempclschneidcr dar-in gcnennt worden, wenn diesesSchneiden eine besondere Kunst ge-wesen wäre. Es scheinet allerdings,daß unter den Wörtern caolameiiund toreuma sowol in Stein geschnit-tene, als aufMünzcn geprägte Werkemüssen verstanden werden. Aber wirwollen es den Gelehrten überlassen,diesen Punkt auszumachen. Mirist wenigstens bey den Alten, dieüber die Kunst geschrieben haben,kein Stempclschneidcr vorgekommen,da hingegen der Steinschneider sihroft Erwähnung geschieht; und dochsind viel griechische Münzen in Ab-sicht aufdie Schönheit der Zeichnung,eben so schätzbar, als die schönstengeschnittenen Steine.
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