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sollten die Statuen großer MarMerseyn,
Weiseln Charakter, wenn man ihnganz fühlen soll, besser erkannt wird,wenn die Person in Ruhe, als wennPe in einer einzclen bestimmten Hand-lung begriffen ist: so würden wir ru-hige Stellungen, ohne bestimmteHandlung, zu den Statuen vorzie-hen. Dieses scheinen die Altenauch vorzüglich beobachtet zu ha-ben. Nur in gewissen Fallen, wodie Große des Charakters sicham besten in der Handlung zei-get, müßte Handlung gewählt wer-den. So würde Achilles besser fort-schreitend, Ulysses aber besser ste-hend, oder sitzend gebildet werden.Bey ruhiger Stellung ohne Hand,lung wird man auch natürlicherWeise auf die Beobachtung des gan-zen Charakters, nichtai'scine einzigeHandlung geführet.
Man stehet aber hieraus leicht,daß eine vollkommene Statue dashöchste Werk des Genies und derKnust scy. Darum haben auch dieGriechen einen Phidias eben so be-wundert, als irgend einen anderngroßen Geist. Aber da es gegenwär-tig so ungewöhnlich ist, Verdienstevortrefflicher Manner durch Statuenzu verehren, und wenn es noch ge-schieht, der ganzen Veranstaltungdie Hoheit und Feyerlichkeit, diezu solchen öffentlichen Handlun-gen nothwendig erfodert wird, mci-sentheils fehlet, folglich die Bild-hauerkunst bey uns nicht in demGlanz erscheinet, der ihr nothigwäre, um große dazu tüchtigeGenies in die rechte Würksamkeitzu setzen: so dürfen wir es unsnicht befremden lassen, daß in die-ser Art so sehr selten etwas erschei-net, das den gntcn Statuen desAl-terthnms könme zur Seite gesetztwerden.
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(Schöne Künste.)
Es Wird im eigentlichen Sinn vonMenschen und Thicrcn genommen,denen ein Theil der Gelenkigkeit fehlt.Also braucht man es in den zeichnen-den Künsten von den Figuren, wel.che so gezeichnet sind, daß man ihnendie Unbewcglichkeit, oder den Man-gel der Leichtigkeit der Bewegung an-sehen kann.
Hernach kann der Begriff auf alleDinge, in denen Bewegung, oder et-was der Bewegung ähnliches ist,angewendet werden: steife Schreib-art, ein steifer Vers, eine steife Me-lodie. Mau braucht es auch von derganzen Gemüthsarr, die man steifnenns, wenn der Mensch nie, wo esseyn sollte, nachgeben, oder sich anseine andere, als ihm gewähnlicheSeite lenken kann.
Daß das Steife des Korpers derSchönheit entgegen fey, fühlt Jeder-mann, und der Grund davon ist auchanderswo von uns augezeiget wor-den In den zeichnenden Künstenhat man sich also sorgfältig vor al-lem Steifen zu hüten, es fey denn,daß man nach der Absicht des Werkseinen häßlichen und nngcschikten Men-schen vorzustellen habe.
In rcdcttdm Künsten wird mansteif, wenn ivan entweder seine Ma-terie nicht vollkommen besitzt, undetwas sagen will, was man selbstnicht mit voller Klarheit sich vor-stellt; oder wenn man sich zwingtkürzcr zu seyn, als es der Gedankeverträgt; oder endlich auch, wennman die Sprache nicht völlig in sei-ner Gewalt hat. Aehnliche Ursachenbringen auch das Steift in der Mu-sik hervor. Eine steife Modulation,ein steifer Gesang, entstehen gemei-niglich daher, daß der Tonsctzer kei-ne hinlängliche Keimtniß der Har-monie
-) S. .Schönheit.