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kiche Freyheit, lebhaft zu denken undzu empfinden-
ES giebt auch eine falsche Starke,die eine Art der Schwulst ist, undder Rede keinen Nachdruk giebt. Sieentstehet daher daß mau sich bcy ge-ringen, gleichgültigen Dingen gros-ser, nachdrüklichernnd so gar hyper-bolischer Ausdrüke bedienet, und vongemeinen Dingen mit einer Art vonHeftigkeit spricht, die nicht aus deinGefühl entsteht, sondern eine blosdurch üble Gewohnheit angenomme-ne kindische Gebchrduiig (Gesiicnla-tion) ist. In der französischen Spra-che haben sich so viel übertriebeneAusdenke in die alltaglichen Redens-arten eingeschlichen, daß man oftbcy ganz gleichgültigen DingenWor-te höret, die Bewundrung, Entzü-knng, Dezauberung ausdrüken, undda der Redende beeheuert und schwort,wo kein Mensch an dem, was ersagt, zweifeln würde, wenn er esauch noch so schwach und so nachlaßigsagte. Eine solche gar unzcitigeStarke macht die Rede völlig abge-schmakt.
Es verdienet auch noch angemerktzu werden, daß es eine blos äußer-liche und gleichsam körperliche Star-ke giebt, diedarum, weil sie die äus-sern Sinnen mit Gewalt angreift,von ausnehmender Kraft auf die Ge-inüther ist. Ein einziger fröhlicher,trauriger, oder fürchterlicher Schrei),von cuiem Menschen, kann schongroßeWürkunganfnns haben: aberwenn wir ihn von hundert Stimmenzugleich hören, so bekommt er einevöllig hinreißende Stärke. Daherkommt es, daß man bisweilen in derMusik blos durch sehr starke Bese-tzung der Stimmen mit einem mittel-mäßigen Srük ungemein große Wnr-knng thnn kann. Man kommt in derThat dem Herzen am leichtesten durchRührung der äußern Sinnen bey.Und dieses verdienet auch besondersin Ansehung der theatralischen Vor-
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stellungen überlegt zu werden, wo garoft ein sehr starkes Erleuchten derSchaubühne, oder in entgcgengesetz-ten Fällen große Dunkelheit, dieWür-kung gewisser Scenen ungemein ver-stärket. Eben dieses gilt auch vonder starken Erhebung der Stimmeauf gewissen Stellen. Dieses abererfodert eine genaue Bcurtheilung.Denn gar oft wird der größte Nach-druk durch das Gegcntheil, durch ei-ne schwache sinkende Stimme, erhal-ten; so daß nicht alles, was starkrühren soll, auch mit starker Stimmenmß gesagt werden. Aber was würk-lich erschüttern soll, scheinet dieseStärke zu erfodern.
Statue.
(Bildhauerkunst.)
A?it diesem lateinischen Worte, fürweiches man auch das deutsche WortBildsäule brauchen könnte, benenntman die Werke bildender Künste, wel-che die menschliche Gestalt körperlich,das ist, in ihrer völligen Bildungdarstellen. Doch wird das Wortauch von solchen Abbildungen derThiere gebraucht.
Unter welchen, Volk und bey wel-cher Gelegenheit zuerst der Gebrauchaufgekommen sey, die Gestalt desMenschen in Holz, Stein, oder ci-nex, andern festen Materie durch dieKunst zu bilden und als ein Denkmalaufzustellen, ist ungewiß. Aus denNachrichten des Herodotus *) sollteman schließen, daß die Aegypticr dieersten Statuen gemacht haben. Vonder ersten Veranlassung dazu findenwir aber keine Nachricht.
Schon in dem hohen Alteithumfinden sich aber doch Spuren, daßverschiedene andre Völker, sowol imOrient, als in Kieinasten, Griechen-land und Italien. durch Kunst verfer-tigte Bilder gehabt haben. Es schei-
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