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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
449
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Spr

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ss würde man ohne nähern Berichtsehen, daß hier ein vor Freude halbwahnwitziger Mensch spricht; undes wäre allenfalls zu crrathen, daßein junger Verliebter in der erstenHitze einer erhärten Liebe schwatzt.Denn dies ist die Sprache derNaturin solchen Umstanden.

Alles was leidenschaftlich und sitt-lich ist, theilt der Sprache seine Na-tur mit. Daher Redner und Dich-ter den Ton und die Art jedes leiden-schaftlichen und sittlichen Charaktersgenau zu stndiren haben. Denn sowie es ein sehr anstößiger Fehler ist,wenn der Ton der Rede mit ihremInhalt nicht übereinkommt, so tragtdie Uebereinsiimmung dieser HeydenSachen ungemein viel zur Schönheitund überhaupt zur Würkung der Re-de bey.

Dieses scheint das größte Talentdes Dichters und Redners zu seyn;dadurch zeiget er, daß er die Nacurund die Menschen kennet, und seineMaterie wol überlegt hat.

Es lassen sich hierüber wenig all-gemeine Regeln geben. Man mußjede Leidenschaft, und jeden Charak-ter der Menschen wol studirt haben,um hierin allemal glüklich zu seyn.Es wäre aber doch gut, wenn mandie allgemeinsten Beobachtungen hier-über sammelte. Ueberhaupt kann mananmcrk-u, daß einige Leidenschaftenetwas stumm, andre etwas schwan-haft sind. Jene Eigenschaft habenalle tief ins Herz dringende Leiden-schaften; diese ist denen eigen, diemehr Ausdehnung, als eindringen-de Kraft haben. Dies ist der ersteUnterschied, ans den man Acht zuha-ben hat. Hernach unterscheide man

vlzut. Lurcul. I. 8«. Z,

Piertex Theil,

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die heftigen von den sanfteren. Einsanfter Schmerzen kann so tief indie Seele dringen, als ein heftiger;aber der Ton seiner Sprache ist dochsehr viel anders, als der, den der hef-tige Schmerzen annimmt, wenn gleichbeyde wenig Worte brauchen. Ich ge-be nur einen Wink zu näherer Aus-führung dieser wichtigen Punkte.

Hier sind noch einige cinzeleBeob,achtungen über die Sprache der Lei-denschaften.

Starke Leidenschaften, von welcherArt sie seyen, lieben einen starken,etwas übertriebenen Ausdruk; undalles Abgemessene, alles genau Zu-sammenhangende in der Rebe ist ih-nen entgegen. Man fühle darin zuviel, als daß man auf die Art feiltGefühl zu äußern Acht haben sollte.Man nimmt die Worts, wie sie kom-men. O tleorum in roelsrezftt terrss et llumemum ^enus?

sagt Horaz im großen Schecken *)ganz gegen die Grammatik. Sinddie starken Leidenschaften von ver-gnügter Art, ss wird der Ton elwaStrotzig oder ausgelassen, wie die obenangeführte Stelle aus dem Plaurus;schwatzhaft, wie die Clytemncstrabey ihrer Ankunft in Aulls ").

Sind sie verdrießlicher Art, sowird der Ausdruk bey seiner Stärkekurz, sehr uachdrüklich, und bekommtauch die Steifigkeit des Verdrusses.Philokrct sagt deym Sophokles r En(Ulysses) würde mich eben so gewissbereden, vom Tod wieder nisEe-ben 5u kommen, als mir »hm^nachTroja ?u gehen. Bald Varaufdrüktsich sein bitirer Haß noch stärker ans.lieber wollte ich Oer Nacur, dismich so elend gemacht hat, G.'hovgeben, als ihm.

Rcdnel--und Dichter haben die ge-naue Beobachtung des und desnicht nur zum Gefallen nöthig;

sondern

') LpolZ.z.

S. trurip. tchich io /rul.'Vs, 607 l-z.

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