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hen. Die Sprache eines etwas dum«Nim Volkes mochte so reich an Wor-ten seyn, als man wollte: so würdesie doch sehr viel schwache, den Be-griffen wenig Lebhaftigkeit gebendeMetaphern enthalten. Hingegen mußsie auch nicht von gar zu subtilenund zu spekulativen Kopsen bereichertworden seyn; weil sie durch diese ei-nen großen Theil ihrer Sinnlichkeitverlieren konnte. Die hohem Wis-senschaften tragen viel weniger zurBereicherung einer ästhetischen Spra-che bey, als gemeinere Künste undMannichfalrigkeit sinnlicher Beschäff-tignngen.
Auch in der Bedeutung könnenWorter und Redensarten mancherlei)sittlichen und leidenschaftlichen Cha-rakter annehmen; und je mannichfal-kiger dieser ist, je vorzüglicher ist dieSprache für die redenden Künste.Diese Verschiedenheit des Charaktersaber bekommt sie nur durch die Man-nichfaltigkcit der Charaktere, Lebens-arten und Stände der Menschenselbst. Personen von einerlei) Fami-lie, die etwas eingeschränkt nur un-ter sich leben, haben auch insgemein'einen ihnen allen gebräuchlichen Tondes Ausdrnks. In der Sprache derschonen Künste aber muß man sich'nsehr vielerley Charakter auszudenkenwiffen: bald sehr einfach und gerade-zu, ein andermal geistreich; ihr sehrgelassen, ein andermal feurig! einmaledel und mit hohem Anstand, ein an-dermal in dem bescheidensten gemei-nen Ton, u. s. f. Diese verschiede-nen Charaktere hat nur die Spracheeines schon großen, und am Vorzug-liebsten eines großen und zugleichfreydenkcnden Volks, da sich keinerscheuen darf, sich in seinem eigenenCharakter zu zeigen, und nach seinereigenen Weise zu handeln. Denn wodie Menge sich schon nach wenigen,die den Ton geben, richtet, da ver-schwindet auch die Mannichfaltigkeitdes Charakteristischen in der Sprache.
Dieses erfahren die französischenDichter genug, die in gar viel Fällenden Ton, der der schiklichste wäre,nicht zu treffen vermögend sind.
Indem wir hier die Eigenschafteneiner guten ästhetischen Sprache an-zeigen, geben wir zugleich angehen-den Rednern und Dichtern Winke,wie sie ihre Sprache zu studiren ha-ben , und worauf sie dabei) vorzüg-lich Acht haben sollen. Es wäre aberunendlich viel besonders hierüber zusagen; und da wir uns in keinemErük in dieses Besondere einlassenkönnen, so macz es an dem Allgemei-nen, was hierüber angemerkt wordenist, für diesen Ort genug seyn.
(*) Von der Sprache, in Beziehungauf den Jnnhalt des vorhergehenden Ar- "tikels, handeln, unter yiehrcrn, -H.Homo (Im igten Kap. s. lllemciuü okLririeism, und zwar von von Schönhei-tcn dor Sprache; von der Schönheit derSoracbe in Absicht auf den Klang dccWörter; von der Schönheit der Sprachein Absicht auf die Bedeutung; von dccSchönheit der Sprache, die auS Achnlich-keit und Bedeutung entspringt) — Auchgehört noch, zum Theil, die Einleitungzu I. C. Adelungs Werke, Ucbcr dendeutschen Styl hicher.
Sprache.
Wird auch oft in einer Bedeutunggenommen, die fast ganz mit der über-einkommt, die man durch Schreib-art ausdrükt. So sagt man, dieSprache des Herzens; die Spracheder Natur, der Leidenschaft. Näm-lich sowol die Leidenschaften, als dieSitten haben einen eigenen Charak-ter im Ton und Ausdmk; ein eige-nes Gepräge, das sich den Reden cin-drükt. Wenn man irgendwo folgen-de Verse fände:
Libi lue. bsbesnr regua reges, üb!
«Uviriss llivices,
Lll»i