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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
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447
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kcit flndct und bemerkt/ der kann. schon durch den Ton allein, ohne dieBedeutung, vielerlei ausbrüten, soI wie die Musik.

Ob nun gleich Redner und Dichterdie Sprache finden, wie der Ge.brauch sie gebildet hat, so können siedoch, wenn sie das Genie dazu ha-ben, durch eine guteWahl und durchkleine Veränderungen uns Neuerun-gen in der Stellung der Wörter,durch kleine Freiheiten in Verände-rung des Klanges, durch neue undI dennoch verständlicheWörterund Re-densarten, ungemein viel zu Ver-vollkommnung des Körperlichen derSprache beytragen. Dieses habenauch alle große Redner und Dichterwürklich gcthan. Aber es crfodertein mühsames und langes Studiumdes Mechanischen der Sprache.

Man sieht aber hieraus auch, daßeine Sprache schon sehr lange undmannichfaltig muß bearbeitet undmit neuen Tönen bereichert wordenseyn, ehe sie zu jedem Ausdruk undzu jeder Schönheit, die die verschie-denen Zweige der redenden Künste so-dem, dienen kann. Man höret zwarofte sagen, daß die Sprache, dienoch am wenigsten bearbeitet und derNatur noch am nächsten ist, zur Dicht-kunsi die beste sey. Dieses kann füreinige besondere Fälle wahr seyn, be-sonders für den, wo heftige Leiden-schaften auszubrüten sind. Aber daßdie Sprache des Enning, oder dienoch ältere, die man z.B. in den Ue-beeblclbseltt der alten römischen Ge-setze antrifft, so bequem zur Bered-samkeit und Dichtkunst sey, wie siezur Zeit des Horaz oder Virgils ge-wesen ist, wird sich niemand beredenlassen.

Indessen kann frcylich eine Spra-che durch die Länge der Zeit, und dieVeränderung im Gcmüthscharakterdes Volks, das sich derselben bedie-net. so wol verlieren, als gewinnen:«nd ich will nicht behaupten, daß un-

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sre Sprache itzt für die Beredsamkeitund Poesie überall schiklichcrfty, alssie znr Zeit der Minnesinger war.Aber gewiß besser ist sie, als sie zuGrrfrieds Zeiten gewesen.

Nach dem Körperlichen der Spra-che kommt das Bedeutende derselbenin Betrachtung. Hier ist nun wiederdie erste nothwendige Eigenschaft dievolle Klarheit der Bedeutung. Inden redenden Künsten taugt keinWort, das nicht sogleich, als manes vernimmt, einen sehr klaren nnbfaßlichen Begriff erwckt; denn dieSprache der Künste muß völlig klarund faßlich seyn, da die Begriffe nurinsofern würken, als man sie klarfaßt. Eben dieses gilt auch von gan-zen Sätzen. Eine noch nnausgebil-dete Sprache kann gar wol einen Vor-rath an Wörtern von klarer Beden«tung haben; aber daß ganze Sätzeklar werden, dazu wird schon mehrxrfodert. Die Sprache muß schonBengsamkest, das ist, Mannichfal«tigkeit der Wortfügung, inanchcrleyEndigungen der Hauvt. und Zeitwör-ter, auch vielerlcy Verbindung, Tren«nung und andre Verhältnisse bedeu-tende Wörter dazu haben.

Weil in den redenden Künsten dieBegriffe vorzügliche Sinnlichkeit ha-be» müssen, so muß die dazu schikll-che Sprache reich an Metaphern undBildern seyn. Je mehr Wörter siehat, klare sinnliche Empfindungender äußern Sinnen auszubrüten, jemehr in der Natur vorhandene, leichtfaßliche Gegenstände sie mit beson-dern Wörtern nennen kann, je rei-cher kann sie an Metaphern werden.Wenn aber diese klar, lebhaft undrichtig bestimmt seyn sollen: so mußdie Sprache schon lange in dem Mun-de genau und richtig fassender, scharf-sinniger Menschen gewesen seyn.Denn sonst möchten bcy viel Meta-phern die Aehnlichkeiten nur schwachseyn, oder mehr aufNcbensachen, alsauf das Wesentliche der Begriffe ge-