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4 (1794) [R - Z]
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che von allen Empfindungen des Ge-nies die bewundrungswurdigste, undin Abficht auf die Menge und Mau-nichfaltigkeir dessen, was dazu gehö-ret, die größte ist, so wäre auch un-endlich viel davon zu sagen. Eswird also wol Niemand erwarten,daß in diesem Artikel alle Eigenschaf-ten einer ästhetisch vollkommenenSprache angezeigct werden. Auchwürden wir schon die hier gesetztenSchranken weit überschreiten müssen,wenn wir uns blos in eine etwas um-stündliche Beurtheilung der deutschenSprache und ihrer Tüchtigkeit, oderUntüchtigkeit für die redenden KünfieEinlassen wollten. Also schränkenwir uns blos auf einige ganz allge-meine Anmerkungen ein, dw dem,der diese wichtige Materie von Grundaus abhandeln wollte, vielleicht dieArbeitetwas erleichtern können, auchdem angehenden Redner und Dichterdie Haupcfiükc, worauf er bey demso wichtigen Studium der Sprachevorzüglich zu sehen hat. anzeigenwerden.

Man muß in der Sprache den Kör-per, oder das, was zum Schall undzur Aussprache gehöret, von demGeist oder dcrBcdcutung unterschei-den. Jedes kann seine ihm eigeneKraft haben. Das Körperliche derSprache ist zum Gebrauch der reden-den Künste um so viel sächlicher, jeklarer, vernehmlicher und bestimmterder Ton cinzclerWörcer und Redens-arten ist, und je fähiger dadurch dieSprache ist, durch das blos Schal-lende Maunichfalrigkeit des Charak-ters oder Ausdruks anzunehmen.

Der gute Klang, oder die Klar-heit und Vernehmlichkeit der Wörterund Redensarten ist unumgänglichnothwendig; well es eine wesentlicheEigenschaft jeder schönen Rede ist,daß sie das Ohr klar und bestimmtrühre, damit man sie nicht nur gernhöre, sondern auch desto leichter be-halte. Wie dieses von dem Klang

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cinzeler Sylben, ihrer Kürze undLänge, von der Zusammensetzung derSylben in Wörter, den Accenten derWörter und von der Menge cinsylbi-gcr, kurzer und langer Wörter ab-hänge, wäre eine weitlänftige Unter-suchung , die jeder, der ein gutesOhr hat, leicht selbst anstelle» kann.Man kann alles, was zur Klarheitund Vernehmlichkeit des Schalles,sowol eüizeler Wörter, als ganzerSätze, crsodert wird, leicht aus dembcurtheilen, was zur Klarheit undFaßlichkeit sichtbarer Formen gehört.Hiervon haben wir in verschiedenenArtikeln gesprochen').

Zum Charakter des Schalles, oderseinem durch bloßen Klang zu bewür->keuden Ausdruke rechneu wir, erst-lich: daß die Rede eine bald langsa-mere, bald geschwindere, bald sanft-fließende, bald fröhlichlaufende, baldrauschende, bald pathetisch einher-gehende Bewegung annehmen könne.Dazu müssen Sylben und Wörterschon gebaut seyn, weil diese Ver.schiedcuheit in der Bewegung nurzumThcil von dem Vortrag des Re-denden herkommt. Denn man würdevergeblich unternehmen, eine Reihekurzer Sylbcu langsam, oder laugerschnell, oder harte und rauhe Wörtersanft auszusprechen! dieses Charak-teristische muß schon im Schall derWörter liegen. Ferner gehört zumCharakter des Schalles auch dasSittliche und Leidenschaftliche desTones, wenn er auch ohne die Ge-schwindigkeit, oder Langsamkeit derBewegung genommen wird. Es istoffenbar, daß ein Wort vor andernzärtlich, oder traurig, oder unge-stüm klingen, daß es etwas gemäßig-tes, oder lebhaftes, etwas feinesoder rauhes an sich haben könne.Wer dieses in den Wörtern seinerSprache in gehörigerMannichfaltig-

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5) S.Formz GM; Gruppe» Schön.