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fährlichen Massen, von denen einhöchst schädlicher Mißbrauch kann ge-macht werden. Wie man durch rechtbeißenden Spott Narren, Heuchlerund Bösewichte so beschämen kann,daß sie sich nicht unterstehen, sichwieder auf einer öffentlichen Sccnesehen zu lasten i so kann er auch aufeine meuchelmördcrische Weise gegenUnschuldige, oder solche, die mehrWarnung als Beschimpfung verdie-nen, gemißbraucht werden. Waswir von dem Gebrauch und Miß-brauch der Sakyre gesagt haben *),-kann auch hierauf gelten. Also istes unnöthig, sich hierüber besonderseinzulassen.
Zum Glük ist die Gabe zu spottenetwas seltenes. Ohne mehr als gc-wohnliche Urteilskraft und sehr fei-nen Witz kann sie nicht bestehen.Der Hauptspötter der itzigen Zeit istwol Voltaire, der aber diese Gabeweit mehr gemißbraucht, als gut an-gewendet hat.
Sprache.
Man sagt insgemein, die Sprachesey dem Dichter, was die Farbe demMahler ist! im Grund aber ist sienoch weit mehr, weil nicht blos dasColone, sondern die Zeichnung derGedanken selbst von derSpracheab-hängt. ES darf also nicht erst be-wiesen werden, daß dicVollkommcn-hcitder redenden Kuustegrößteniheilsvon derAolikommenheit derSpracheabhänge, deren sie sich bedienen.Jedermann begreift, daß Homer inder Mythischen ooer einer andern bar-barischen und noch wenig Vervoll-kommneren Sprache die Jlias nichtwürde gesungen haben, die wir itzt inder griechischen Sprache bewundern;und wenn er es mueniommcn hatte,so würden seine Gesänge zwar immerdas Werk eines großen Genies, aber
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unendlich weit unter derJlias gewe-sen seyn, die wir itzt haben. Tau-send Dinge, die er vermittelst dergriechischen Sprache zeichnen konnte,würden in der scythischenIlias nichtgewesen ftyn, weil ihr die Wortezum Ausdruk gefehlt hatten.
Was also dem Mahlcr das Stu-dium der Zeichnung und des Colo-nes ist, das ist dem Redner undDichter das Studium der Sprache.Mir dem Genie desRaphacls würdeman ohne Fertigkeit im Zeichnen undder Farbengebung nur schlechte Gc-mahlde machen; und mit dem Geniedes Homers, odcr Pmbars, würdeder, der nur eine schlechte und roheSprache besäße, wenig vollkomme-nes in der Dichtkunst an den Tagdringe». Man kann cinigermaaßensagen, daß die Kunst des Rednersund Dichters im Besitz der Sprachebestehe. Wenigstens ist dieses in so-fern wahr, als es richtig ist, daßdie Kunst des Mahlers in Zeichnungund Farbengebung bestehe. Es giebtohne Zweifel viel Menschen, die solebhaft denken, so angenehm und somahlerisch phantasiren, und so starkEmpfinden, als die guten Dichter,die aber das, was sie denken undempfinden, ans Mangel der Kennr-niß ober Ucbimg in der Sprache«nicht wie die Dichter zu sagen wissen.Mit einem solchen Genie wird manalso blos alsdann ein guter Dichter,wenn mau auch das Jnsirumenr zumAusdruk der Gedanken in seiner Ge-walt har. So sehr wesentlich gehörtes zur Vollkommenheit der redendenKünste, daß man eine vollkommeneSprache völlig besitze.
Die Betrachtung der ästhetischenVollkommenheit der Sprache gehörtdemnach wcsenrliD zur Theorie dcrKünste; und die Uedungcn, wodurchmau die Sprache in seine Gewalt be-kommt, sind ein eben so wesentlicherTbcil der Kunstübung deö Rednersund Dichters. Wie aber die Spra-che