S p i
dazu gehörige schlecht, oder anstößig,oder unschiklich gefunden habt, durchsehr künstliche Entwiklung als gutund stMlich anpreist: so vergleichetdas, was ihr von feinen Gründenklar fühlet, gegen das, was ihrvorher von der Sache gefühlt habet.Hac dieses noch mehr Klarheit alsjenes, so setzet ein Mißtrauen indas Urthcil des Kunsirichters; eskonnte gar wol scyn, daß er einbloßer Sophist wäre.
S p i tz l e i st e.
(Zeichnende Künste.)
Dieses Wort ist gcschikt, dasjenigeauszudrüken, was die Franzosen«ml. <le Tsmpe nennen. Denn ur-sprünglich bedeutet Leiste jeden ge-formten Korper, daher Spitzlciste einin eine Spitze geformter Korper ist.
In der Baukunst bedeutetes einenvon einer breiten halbrunden Flacheunten in eine Spitze auslaufendenKorper, der an einer Wand fest ge-macht ist, um etwas darauf zu stel-len. Ehedem hat man sie sehr häu-fig an die Voderseite der Camineangebracht, um allerhand kleine Zier-rächen, Thcctasscn u. d.gl.daraufzusetzen.
In der Zeichnung heißt es einesolche spitz zulaufende gestochene Zicr-rath, die insgemein am Ende einesBuches angebracht wird.
S p o n d e u s.
(Dichtkunst.)
Ein Sylbenfuß von zwey langenSylbcn, als 5ucu»fc, Wahrheit.Weder die Alten, noch die Neuernhaben irgend ein Sylbenmaaß vonlauter Spondeen zusammengesetzt;der Fuß dienet also blvs unter an-dern, um dem Vers Mannichfaltig-keit zu geben.. Wenn, einige Spon-
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Veen nach einander kommen, so ge-ben sie dem Vers einen langsamen,feycrlichcn Gang. Daher dieser Fußbesonders zum Hexameter, wo derDichter etwas langsames und maje-stätisches auch so ausdruken will,sehr dienlich ist. Unsrc Dichter,welche die griechischen Sylbenmaaße»nachahmen, klagen darüber, daß diedeutsche Sprache wenig recht guteSpondeen hat. Wir können deswe-gen die Majestät des Ganges imHexameter nicht so oft in der Voll-kommenheit erreichen, wie es die Al-ten konnten. Bisweilen brauchenunsre Dichter die Spondeen da, wosie Trochäen nothig hätten; abecwenn derSpondeus recht rein ist, somacht dieses doch etwas Anstoß.
S.P 0 t t.
(Schöne Künste.)
Ich steht bey mir selbst an, ob ichdieses Wort brauchen könne, um dasauszudrüken, was das lateinisch-grie-chische Wort lronia bedeutet; dennes scheinet, daß der Spott ohne Iro-nie ftyn könne, und daß die Ironienicht immer spotte. Indessen habenwir für jenen Fall die Worte ausla-cken, und Hähnen, und das WortSpasi scheinet das letztere auszudrü-' ken. Wie dem nun sey, so ist hiervon der Ironie die Rede, die manbraucht, um Personen, oder Sachenlächerlich zu machen: sie besteht dar-in, daß man etwas spricht oderthut, das unter dem unmittelbarenSchein des Beyfalls, oder Lobes,gerade das Gegcnthei! bewürkct. Ei,cero speiste bey einem gewissen Da-mastppus, der seinen Gasten ziem-lich schlechten und noch jungen nndherben Wein vorsetzte. „Trinken siedoch, meine Herren, sagte der Wirth,es ist vierzigjähriger Falerner," Ci-cero kostet ihn, und sagt: „InderThat, der hat ein gesundes und fri.