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Sop 4Z7
Dieser Dichter steht in allen Ab-sichten gcrad in der Mitte zwischender rohen Hoheit und Heftigkeit desAeschylus, und der höchst rührenden,zärtlichen Empfindsamkeit, und wort-reichen, sittlichen Weisheit des Eu-ripides. Man ist deswegen ziemlichdurchgehends darin einig, ihm dieerste Stelle unter den tragischen Dich-tern zu geben. Doch finden wir esgar nicht anstoßig, daß Quintilianes unentschieden läßt, ob er dem Eu-ripides vorzuziehen scy *). So vielist gewiß, daß er das Herz nicht sotief verwundet, als sein jüngererNacheiferet; aber er hat auch kei-nen einzigen von den Fehlern des Eu-ripides.
Einzcle kleine Flcken kleben aller-dings seinen Stüken noch hier undda an, die mir der grüßten Leichtig-keit abzuwischen waren. Wir habenin einem andern Artikel ein Veyspieldes Spitzfundigen **) ans ihm ange-führt; und es scheinet so gar, daßihm in einem der besten Stüke einWortspiel entfahren sey; wenigstenskommt mir folgendes so vor. Anti-gene und Jsmenc sehen die von demCreon verweigerte Beerdigung desLeichnams ihres Bruders mit sehrungleichen Augen an. Da die ersteresich der Sache N'.it großer Wärmeder Empfindung annimmt, sagt ihrJsmene:
T>u zeigtest bep einer so kalten Sa-lbe viel -Hitze. Wenigstens scheinetes, daß hier ein schikUchcrcs Wort,als hatte gewählt werden
sollen, um zu sagen, die Sache scyvon keiner großen Wichtigkeit. Al-lein , selbst solche kleine Fleken sind
H d/rsr ( Sopllocles sn Kun'pilles) licpoei» melwr, inrcr plurimos gaseii-rur. Illgue ezc> szr-.e, gnomum säpl-ies-ncem m»r«rism niliil peiriner,injuüicsrum rclinguo. Infi. I.il>. X.c. i ^ 67.
"') S. Spitzsündigkcit.
höchst selten, und werden an einemDichter, der fast bis in Kleinigkeitenvollkommen ist, kaum bemerkt.
-H- -Hr-
Don den , vorgeblich von dem Sopho-kles (Olz-Mp. 7, -?;) geschriebenen 12zTrauerspielen, (deren Aufschriften sichunter andern bcy dem Fabrieins, Mbl.Zr. hib. II. c. 17. §>z. vergl. mit dentrsgm. clepc,llicor. lopd. Ursmar, bcyden Vrunkschcn Ausgaden, finden I sindnur sieben, 1) Der wüthcndc Ajax,-) Slcctea, z) Antigene, 4) Oedip derKönig, 5) Ocdip auf Kolon, 6) dieTra»chinerinncn und 7) Philoctetes, übrig,welche zuerst von Aldus, Ven. 1502. z.blos griechisch und eben so ^.nrv.1579 und >59;. sp. plsnr. 12. LZIssss.1745. 4. ferner, griechisch und mirden Scholien (die anfänglich allein,kom. 1518. 4. gedruckt wurden) I-l»r.1522. 4. und nach einer andern Hand-schrift, und mit noch andern Scholien,von Adr. Turncbus, ?sr. 155z. 4. undvon Heinc. Stephanus mit beyderle?Scholien, und mit mehrern Anm. ebcnd.>;6ü. 4. heraus gegeben worden sind.Griechisch und Ä.areinisth, ohnedie Scholien, sind sie tteiclelb. 1597.8. Uonä. 1722.12.2 Bd. Liss^. >74;.8- 2 Bd. (schön aber sehr incorreet gedruckt)und griech. und lat. nnt den Scho-lien, Leu. 160z. 4. Lanlsbr. 1665,8. Oxon. er honst. 1705-1746. 8.z Bd. Uron 1775. 8. 2 Bd, l -ar. exest. Uspper. 1781. 4. 2 Bd. eZreank.ex est. IZrunicü > 1786. 4. 2Vd. 1786-178S. 8. 4 Bde. 1788-8. ; Bde. (bcywelchen sich auch die Fragm. der verlorengegangenen Stücke befinden, und wovondie letztere, ob ihr gleich der, be» denerstem befindliche Instex fehlt, wohl dievorzüglichere ist) erschienen. — -—-
UebersekZt in das Italienische:A>ax von Girol. Giustlni'aüo, Ven. >6oz.8. Dic Elecrra, vonftid. Öolce, Ben.8. Bon Erasm. diDalvasone, Ben. >588.8. Don Dom. Lazzcrini, in seinen Poe.tie, Ven. 1756. 8- Bon Crist Gui-Ee a