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4 (1794) [R - Z]
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schlimmere Folgen hat die Methode,den Sanger, wenn er dieNvtcn undIntervalle schon begriffen hat, ganzeSrüke über einen einzigen Vocal, wiez. E. über «singen zu lassen; dadurchwird feine Kehle zu einer Pfeife, dienur tont; er gewohnt sich zu einerlahmen Aussprache im Singen, undalle Worte, die er ausspricht, ver-wandeln sich endlich in Sylben, diealle nur das a zum Sclbstlauler ha-ben. Statt leben, singt er: laban;statt fröhlich: fcalacl? :e. Ja bei) ei-nigen Sangern» die sich taglich indieser Art zu solfeggiren, oder viel-mehr in Passagen üben, bemerkt mandiesen Fehler der Aussprache schonin der gemeinen Rede, Selten ist diedeutsche Singpoesie von einigen har-ten, odcrwcnigstcns imSingcn schwerauszusprechenden Worten frei); dar-um muß der angehende Sanger nebendem Solfeggiren zugleich in der deut-lichen Aussprache leichter und schwe-rer Worte und allerVocalen am sorg-fältigsten geübt werben, damit erverstandlich singen lerne: werden dieWorte des Sängers nichtverstanvcn,so ist er für weiter nichts, als einelebendige Pfeife zu halten.

In einigen Provinzen von Deutsch-land wird noch nach den sechs areti-nischen Sylben at rs mi la lc>I lasolfeggirct; daß diese Methode nurbcy den alten Tonarten mit Nutzenzu gebrauchen, hingegen in denncuern wegen der unnützen Schwie-rigkeiten, die sie verursachen, mitRecht verwerflich scy, wird in demfolgenden Artikel gezciget werden.Die Franzosen, die diesen sechs Syl-ben, um dieOctave auszufüllen, diesicbcnte, nämlich st zuaesetzt haben,thun sich nicht wenig auf diese siebenSylben zu guc, und preisen sie als dieleichtesten zum Solfeggiren an. Wirfinden diese Methode aber aus der Ur-sache, daß c, ces, eis. ur, d, des,bis, re, heißen, folglich drey Tonein unfern Nsttnsystem immer nur ei-

nerlei) Benennung haben, so unvoss-ikommen, und für den Schüler, zu-mal wenn er, wie Rousseau will, dieBeiicnnung der Tone der Tonart l?in alle übrige Tonarten transponi-rcnsoll, so baß ut die Tonica, mldie Mediante, l'ol die Dominante je-der Tonart sey, ohnerachter des Nu-tzens, ben man sich von diescrTrans-position versprechen konnte, so schwer,dag wir sie den deutschen Sangmei-stern mit gutem Gewissen nicht anra.lhen kcstmeu. Will man sich aberdoch wolkiuigeiider Sylben zum Sol-feggiren bedienen, so wähle man sol-che, wo dieBeii-inuin.zen der natürli-chen und der durch « ober b erhöhtenund erniedrigten Tone unterschiedenund leicht faßlich sind. Von dieserArt sind folgende von Grauns Er-findung:

c d e f g a h I c

äa ms ist pc> tu I-i de j cla

deren Anfangsbuchstaben die zwei)Bnchsiaben <-s zugefügt werden, wenndie Note durch ein »um einen halbenTon erhöhet wird, nämlich äe5, mes,ues stc. und as, wenn sie durch eint> um einen halben Ton erniedrigetwird, cias, mss, uns etc. Herr-Hiller hat in einer vor kurzer Zeith-ransgcgcbenen Anleitung zum mu-sienlisch richtigen Gesäuge von diesersogenannten Dameiiisatlon Gebrauchgemacht; aber er nimmt wider dieAbsicht des Erfinders derselben, dieblos statt der gewöhnlichen Benen-nung der Tone eine leichtere Und zumSingen bequcmcreSylbcneinführungzum Grunde hatte, wovon u» allezeitc, ms allezeit d, ni allezeit e u s. w.bezeichnen sollte *), mit diesen Syl-ben Mutationen nach -Art der Are-tinlschen Solmisitwn vor, wo-durch dem angehenden Sänger dieSchwierigkeit, die Intervallen t'-'cf-

Dd 2 seit

") S. Marpurgs Singckunst S.4I.4-.

") S. den solsendcn Artikel.