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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
387
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S i n

von. Das, was wir in'verschiede-nen andern Artikeln üder das Bild,das Gleichnis;, das Bcyspicl, unddie Verglcichung überhaupt ange-merkt haben, müßte für die Jcono-logie besonders auf die zeichnendenKünste angewendet werden *).

Es kommt hier aufzwey Hauptsa-chen an, nämlichaufdie genaue, aberdabei) sinnreiche, oder reizende Achn-lichkcit zwischen dem Bild und demGegenbild, und auf das Mittel dasAllgemeine in dem Besondern merk-bar zu machen. Es ist nicht genug,daß man einsehe, der zwischen derWollust und der Tugend stehende Her-kules könne, als ein vollkommenahnlichesBild eines edlen und tugend-haften Jünglings, der einen rühmli-chen Entschluß wegen der Wahl seinerLebensart faßt, gebiaucht werden.Man muß auch gewiß seyn, daß der,welcher das Sinnbild sieht, es ver-stehe.

Ueber die Aehnlichkeit haben wirbereits hinlänglich gesprochen **); dieallgemeine Bedeutung verständlich zumachen, ist eine Sache von großerSchwierigkeit. Wo man sich derSchrift bedienen kann, wie auf Mün-zen, Kupferstichen und bei) andernWerken, da fallen die meisten Schwie-rigkeiten weg; weil oft ein einzigesWort hinlänglich ist, die Deutunganzuzeigen s). Wo dieses sich nichtfehltet, da hat die Sache großeSchwierigkeit. Die Allegorie, wennsie glüklich genug erfunden ist, leitetnatürlicherWeisc auf die Bedeutung.Doch muß der Orr, wo sie ange-bracht wird, oder andere Nebenum-standc dazu behülflich seyn. Eni Gc-mähide, darauf nichts, als eineRose vorgestellt wird, kann Niemandauf die Gedanken bringen, daß eseine allgemeine Deutung haben soll.

ch S. Aehnlichkeit; Bild; Beispiel;

Gieichniß; Vei-gleichung,

") S- Achnijchkcit.

5) S. Aufschrift.

S i n z8?

Aber ein Kind, das neben einem Ro-senstrauch stünde und wcinete, da-bei) eine Mutter, die dem Kind etwasernstliches sagte, würde die Vorstel-lung sogleich zum Sinnbild machen.Die jDeuruug desselben Bildes aberkann verschieden seyn. Es kann die-nen, die Lehre zu sagen: man ollnicht ohne Vorsicht nach jedemscheinbaren Guten greifen; es kaimaber auch deu Sinn des franzosi-schen Sprüchworrs: nulle roiesaus epine, ausdrücken. Für je-nen Fall schikre sich das weinendeKind, mir der warnenden Mutter,um die Bedeutung zu bestimmen;für diesen aber müßte man schon ei-nen Jüngling, und einen lehrendenPhilosophen dazu mahlen; weil dasKind die wichtigere Lehre noch nichtfassen kann.

Ich muß mich, dg die allgemeinenGrundsatze, zu verständlicher Deu-tung der Bilder, noch fehlen, mitBeyspielen dehclscu, um nur über-haupt begreiflich zu machen, wie dieSache zu erhalten sey. Hieher gehö-ren auch ein paar Anmerkungen, diewir über das moralische Gemahldc,das im Grund auch em Sinnbild ist,gemacht haben Will man dasBeyspiel zum Sinnbild erheben, somuß man suchen, das Individuelleder Vorstellung so viel möglich vondem Gemahldc zu entfernen, damit ^man sogleich merken möge, das Bildstelle keinen besondcrn Fall vor.Wenn z. B. die Personen gar nicht,oder doch nach gar keiner bekannten,weder alten noch neuen Art geklei-det sind? so giebt dieses schon eineVermuthnng, das Bild habe eineallgemeine Bedcmung. Und der-gleichen Mittel giebt es noch mehr,wenn nur ein Mann von Genie dasBild behandelt. So kann biswei-len ein Zusatz irgend einer allegori-

Bb - sehen

S. Moral, Moralisches Gemähld.