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4 (1794) [R - Z]
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S i n

gen einander conccrtiren, als Duette,Terzette u. d. gl- und in solche, wodie erste Singcstimmc den Hauptge-sang hat, und von den übrigen bcglei-tct wird, dergleichen sind Choräle,einige Morellei, und Chore. Vonder Einrichtung dieser besondern Ar-ten der Singsiükc aber ist in ihrenArtikeln gesprochen worden.

Sinnbild.

(Zeichnende Künste.)

Ast ein sichtbares Bild, das außerder unmittelbaren Vorstellung, die eserweket, noch eine andre allgemeineBedeutung hat. Nämlich in denzeichnenden Künsten vertritt dasSinnbild die Stelle der Allegorie, desGleichnisses, des Beyspicls, der Vcr-gleichung oder der Metapher in derRede, und drükt etwas allgemeinesdurch das Besondere aus. VielSinnbilder sind allegorisch; aber siesind es nicht nothwendig, und des-wegen muß das Sinnbild überhauptnicht mit dem allegorischen Bilde ver-wechselt werden.

Man kann demnach jedes Gemahldoder überhanot jedes Werk der zeich-nenden Künste, in sofern es dienet,etwas allgemeines anzudeuten, emSinnbild nennen. Das Bild derPallas, das ursprünglich eine ver-mepnte Gottheit vorstellte, ist nunein Sinnbild der Weisheit. Die Ab-bildung eines Marcus Curtius, dersich in einen entstandenen Schlund derErde stürzt, konnte ehedem die Vor-stellung einer besonderen, wahrhaf-ten, oder vorgegebenen Geschichtesepn; itzt wäre sie das Sinnbild einesfür die Errettung seiner Mitbürgersich selbst aufopfernden Patrioten.Da wäre sie ein Veyspiel.

Also dienen überhaupt die Sinn-bilder dazu, daß sie die zeichnendenKünste in gewissen Fällen zu einerSprache machen, die allgemeine Be-

griffe ausdrückt, ob sie gleich ihrerNatur nach nur Begriffe von einzeln,oder individuellen Dingen crwckenkönnen. Aus dein, was wir im Ar-tikel Allegorie gesagt haben, erhellethinlänglich, wie die eigentliche Alle-gorie von dem Sinnbild unterschiedenist, und warum jede Allegorie einSinnbild, aber nicht jedes Sinnbildeine Allegorie ist. Ackillos, als dasBild eines kühnen nnd hitzigen Hel-den, Pplaves, als das Bild euicsgetreuen Freundes u. d. gl. sind keineAllegorien, aber Sinnbilder.

Sic werden also überall gebraucht,wo die zeichnenden Künste allgemeineVorstellungen envckcn sollen. DieAlten haben sie auf ihren Münzen,geschnittenen Steinen, auf ihren Ge-fäßen und Geräthschasten an Gebäu-den vielfältig angebracht. Es ist al-lerdings cinc lobliche Bemühung, diezeichnenden und bildenden Künste da-zu anzuwenden, daß Dinge, die wirzu unsrer Nothdurft täglich brauchen,wie das Geld, die mancherlei) Ge-räthfehafteu und uusre Wohnungen,etwas au steh tragen, das nützlicheallgemeine Begriffe täglich in unserneuere. Harten die Griechen Ta-schenuhren gehabt, wie wir, so wür-den sie dieselben unfehlbar nicht blos,wie jetzt'geschieht, mit unbedeuten-den Zierrathcn, sondern mit allerhandSinnbildern verschönert haben *).Hieraus erkennet man also die Naturund den Gebrauch der Sinnbilder.

Es ist also in den zeichnenden Kün-sten eine wichtige Frage, wie manSinnbilder erfinde, und wie eine be-sondere Sache zum Sinnbild könnegemacht werden? Dieses ist eigent-lich das, was die sogenannte Icono-logie lehren sollte. Die Erfindungder Allegorie in zeichnenden Kün-sten, wovon wir an seinem Orte ge-sprochen haben, ist nur einThcil da-von.

*) S. Künste lUTl). S. 85 f. li.sa f.