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quill. Vielleicht mochte der Fallhicvon auszunehmen seyn, 'da man,aus patriolischer Feindschaft gegengroße Bösewichte, kein anderes Mit-tel har, das Publicum an ihnen zurächen, als sie der allgemeinen Ver-achtung oder dem Spott Preis zu ge-ben 5). Aber wir sprechen hier über-haupt und nicht von ganz einzelenFällen.
Wegen dieses Endzweks gehöretalso die Satire unter die wichtigstenWerse des Gcschmaks, und mattwürde ihr sehr unrecht thun, sieblosin die Ciasse der scherzhaften und be-lustigenden Werke zu stellen, denen sieunendlich vorzuziehen ist. Die wah-re und wolausgcführte Satirc-istein höchst schätzbares Werk. Jede imVerstand, Geschmak oder dem sittli-chen Gefühl herrschende Unordnung,die sich unter einem Volke, oder un-ter gänzen Standen ausbreitet, istein wichtiges Uebel, oft viel ivichfi-ger, als eure blos vorübergehendeRoth; wodurch die Menschen nureine Zeitlang ihrer Bedürfnisse hal-ber in Kummer und Leiden versetztwerden. Wie wichtig man sich auchimmer gewisse, auf das äußerlicheWolseyu eines Volkes abzielende An-sialten vorstellt: so werden wir bcygenauen» Nachdenken über mensch-liche Angelegenheiten allemal finden,daß innere Zerrüttungen, sie herr-schen in dem Verstand oder! in demWillen, sehr fürchterliche Uebel sind,die, so bald sie eine gewisse Großeund Ausbreitung gewonnen haben,ein ganzes Voik unwiederbringlichins Verderben stürzen. Gar oft hatdas, was man blos für lächerlichhielt, die schwersten Folgen für einganzes Voik gehabt. Diese Wahr-heit wird keinem nachdenkenden Be-obachter der Menschen bcy der Ge-schichte verschiedener Volker unbe-merkt geblieben seyn. Wer demnach
*) S. Lächerlich, am Ende des Artikels.
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ein Volk, oder nur einen Stand inder bürgerlichen Gesellschaft, von ei-ner Thorheit, oder- irgend einer an-dern verderblichen Abweichung vondem geraden Weg der Natur undVernunft, zurüke bringen kann, hatihm eine sehr wichtige Wohlthat er-zeiget. Aber von der Würknng derSatirc wird hernach gesprochen wer-den, wenn wir ihre Art und ihrenCharakter näher werden betrachtethaben.
Dw Satirenschreiber hat mit demMoralischen Philosophen das gemein,daß ei-, wie dieser, eingerissene, odereinreißende Schäden des sittlichenMenschen zu heilen sucht; aber in denMitteln find sie verschieden. Dieser'nimmt den ernsthaften, lehrenden,vermahnenden, warnenden Ton an,stellt das Uebel bisweilen nach seinemUrsprung, bisweilen in seiner allge-meinen Beschaffenheit, oft in seinenschädlichen Folge», aber allezeit un-mittelbar in dein To» des Lehrers,vor. Ganz anders verfahrt gemei-niglich der Sattriste. Ihn selbst hatsein Stoff entweder in verdrießliche,oder in spottende, oder blos lustigscheinende Laune gesetzt, und diesetheilet er seinem Leser mit. Das Ue-bel, welches er angreift, kommt ihmin gewisser Gestalt und Farbe vor,die jene Laune veranlassen; alsoschimpft, oder spottet, oder lacht er,und beschreibet seinen Gegenstandnach dem, was darin für seme Launeam meisten an-ffallend ist. Er ver-fahrt dabey, wie jeder Künstler,sinnlich, nimmt statt allgemeinerVorstellungen besondere; es ist nichtseine Arc, die Thorheit, oder dasLaster zu cntwikeln, sondern er schil-dert den Thoren und Lasterhaftennach der Absicht, in welcher er diewidrigste, oder seltsamcste, oder lä-cherlichste Gestalt bekommt. DerSatiriker macht sich auch nicht zumGesetz, sich sehr genau an die Nich-tigkeit