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Wagen des Thespis große Aehnlich-kcir gehabt. Ei» aus jenen Zeitenübr>g gebliebenes Wort, das itzt all-mahlig auch unbekannt wird, führtmich auf diese Vcrmuihnng. Jnmei-ner Kindheit nannte man in meinemNarcrlande ein lustiges Muthwillcn-treiben bey Znsaiiimenkünfttn jungerLeute, cmeGugzelfuhre, das ist nachder Etymologie des Worts, zumPos-senreißcn gedungene Narren, die aufeiner Karre herumgeführt werden.Bey öffentliche» Kriegesübungen undauch bey andern Fcycrlichkcitcn istbis itzt an einigen Orten die sehr alttGewohnheit geblieben, daß ein be-stellter Possenreißer Mit einer Guz-gel oder Narrenkappe auf dem Kopfund einer Harlckinspritfche in derHand, den Zug begleitet, und dieZuschauer beschimpft, ohne daß esihm ubcl genommen wird. Undallem Ansehen nach hat dieser beyFesten bestellte Narr den Harlekinund Hannswurst der Comodien ver-anlasset.
Ich glaube, daß diese Beobach-tungen uns einiges Licht über den Ur-sprung aller Arten der alten Satiregeben. Ein noch völlig rohes, dabeyetwas lebhaftes und lustiges Volk,weiß sich bey Freudenfesten kein bes-seres Vergnügen zu machen, als daßdie Witzigsten der Gesellschaft einan.der durch Anzüglichkeiten zu einemlustigen Streit auffordern, einanderverspotten, uiid dadurch die ganzeGesellschaft belustigen, die denn da-für sorget, daß kein ernstlicher Streitdaraus werde Diese, ganz ro-hen Menschen gewöhnliche Lustbarkeitherrscht noch bis auf diesen Tagüberall, wo das noch rohe Volk Leb-haftigkeit und Much genug, sich lu-stig zu machen> behalten hat.
Sollte nicht die Anmerkung auchhiehcr gehören, daß das deutsche WortSchimvf. durch dergleichen Lustbar-keit auch die Bedeutung deS WortesSpaß angenommen hat? Man sagt:im Schimpf und chenst.
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Dieses wäre also die erste rohesteGestalt der Satire, deren Einfüh.rung sich weder die Griechen, »ochdie Römer zueignen können; allen,Ansehen nach ist sie allen Völkern desErdbodens, die nicht zu phlegmatischsind, gemein, So wie sich nun beyeinem Volke die allmahligej Verfeine-rung der Sitten einfindet, so wird sieauf die Satire, wie auf alles übrige;was zu den Sitten und Gebrauchengehöret; auch ihren Einfluß haben,Alsdann entstehen aus dieser ur-sprünglichen Satire Comödien, oderandre satirische Schauspiele H, odersolche satirische Gedichte; dergleichenPacuvius und Ennitts gemacht, odctdieVarromsche, oder endlich die Ho-razischc Satire, oder andre Arten.
Mau ist gegenwartig gewohnt, al-les satirisch zu nennen, was aufVcr-spommg gewisser Personen, oder ge-wisser Handlungen, Sitten und Mcy-nungcn abzielet.
Man kann also überhaupt sagen;die Satire, in sofern sie als einWerk des Geschmaks betrachtet wird,sey ein Werk, darin Thorheiten, La-sier, Vorurthcile, Mißbrauche undandre der Gesellschaft, darin wir le-ben , nachtheilige, in einer verkehr-ten Art zn denken oder zu empfindengegründete Dinge, ans eine ernsthaf-te, oder spöttische Weise, aber mitbclnstigcnbcm Witz und Laune genü-get, und den Menschen zu ihrcrBe-schämimg, und in der Absicht sie znbessern, vorgehalten werden. Wirschließen von der Satire ans dieschimpflichen oder spöttischen Anfalleauf cinzcle Personen, oder Stäube,die blos von persönlicher Feindschaftherrühren, und Privatrache zumGrund haben. Wir sehen auch nicht,daß die sogenannten Silli der Grit-che», die eigentliche Schmäh - undNachgcdichte waren, die beißenden
Jamben
S. AtchilochuS.