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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
129
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dernArtwarcn. Der ausbrükli'chcuZeugnisse, die wir so eben angeführthaben, ungeachtet, halten einigeNeuere die Satire für griechischenUrsprungs. Wein mit einer aus-führlichen Untersuchung hierüber ge-dient seyn nikg, den verweisen wirauf Drydens Abhandlung von demUrsprung und Fortgang der Sa-tire *).

Wir wollen die critische Untersu-chung dieser Sache den Gelehrtenüberlassen, und hier nur einige Be-obachtungen beybringen, die uns aufEntdekung der eigentlichen Quelle,aus der dieses Gedicht entspringet,führen werden.

Ich habe bereits anderswo **)erinnert, es ftp bei) gewissen Festenund Feierlichkeiten der Griechen undRomer eine alte Gewohnheit gewesen,die Zuschauer mit allerhand Schimpf-undSpottredcn zu belustigen. DieSache selbst scheinet mir etwas somerkwürdiges zu haben, daß sie eingründliches Nachforschen ihres Ur-sprunges wol werth wäre. MeineKenntniß reicht dazu nicht hin; in-dessen will ich das Wenige, was ichhierüber zu sagen im Stande bin,anführen. Lucian sagt ausdrüklich,daß die Schimpfreden einen Thcilder Feyerlichkeiten der Bacchusfesteausgemacht haben. Es scheinet aber,daß dergleichen bei) mehren. Festenvorgekommen ftyen. Herodot erzahlt,daß bei) den Epidauriern an einem

») Sie ist in der Sammlung vermisch-ter Schriften zur Beförderung derschönen Wissenschaften und sreycnKünste, die in Berlin be» Nicolaiherausgekommen ist, in drin VTHeiie,deutsch zu finden.- Der so gelehrte,als scharssinnige Verfasser des Werks,das unter dem Titel: u- lcwmch pi-i-milit unUile ete> heraus kommt, hatin dem Theile, der die Geschichte desTalendees cmwikclt, wahrscheinlichgemacht, daß das Wort sinur» dochvon dem Namen der Sntyoe abgelei-tet worden. S. 5-2.

S. Aristophancs; Comödie.

Vierter Theil.

Sat 129

gewissen Opferftst der Chor keineMannspersonen, sondern blosZrauenmit Schimpfwörtern habe anfallendürfen Hier sehen wir also,daß gewisse Personen, nämlich derChor, zu erwähnten Schimpf - undSpottreden bestellt gewesen. Es schei-net, daß diesem Chor an, gewissenFesten besonders aufgetragen gewe-sen, das Volk auf mancherlei) Art zubelustigen. Dieses hat allem Anse-hen nach den Ursprung der Com.'dieveranlasset. Denn wir sehen nichtnur, daß die altern Comödim desAristophanes Beschimpfungen be-kannter Personen zum Grmide ha,den; sondern wir finden auch nochin dem CurcuUo des Plautus dieSpur der ursprünglichen Art der Co-mödie darin, daß zwischen vcin drit-ten und vierten Aufzug der Choragushervortritt, und den Zuhörern vielschimpfliches vorrükt.

Es ist schwer zu sagen, auf wasfür eine politische, oder psychologi-sche Veranlassung eine solche Ge-wohnheit ausgekommen ist; aber wirtreffen etwas ähnliches auch bey an-dern Völkern an. Die saturmuischenVerse der alten Römer, und wasHoraz kssösnuiusu iicentinm nennt,da cbei,falls bey religiösen Freuden-festen schlmpfuche Verft gesungen,oder nur hergesagt wurden; 01cSchimpflicder der Soldaten auf ih-ren Heerführer, die-zu der FeyerdcsTriumphs gehörten, verrathen eineahnliche Gewohnheit. Hieber rech-nen wir auch die Fastnachtslustbar-keicen der mittler» Zeiten; denn wirtreffen dabei) Possenreißer an, die je-den, der ihnen in Weg kommt, durchWorte und selbst durch Thatcn be-schimpften; wovon ich selbst in mei-ner Kindheit noch Ueberbleibftl gese-hen habe. Jch vermuthe sogar, daßdabey etwas gewesen, das mit dem

Wagen

*) N-rost. I..V.

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