Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

24<z Auf

ä'll.plc. tes!eu5e8, bslllnez, tsrir. ecKurl p. dtr. lle la plsce, krux. 1782.12. z Bde. Auch könne» noch zu dmncuern Ausschriften eigentlich die in demvorher angezeigten unterirrdischen Roindes Ant. Bosio und Pauli Aringhi, undin dem Werke des Voldctti gerechnetwerden.

Auftritt.

(Schauspiel.)

Äer Theil der dramatischen Hand-lung, der ununterbrochen von den-selbigen Personen behandelt wird.Ein Auftritt ist zu Ende, und einneuer fängt an, sobald eine Personvon der Bühne geht, oder zu den ge-genwärtigen noch eine hinzukömmt.Wenigstens ist dieses die iyigc Be-deutung des Worts. Wir findenzwar in einer Comödie des Plaurus,dast ein solcher Auftritt in drey Sce-ncn vcrtheilt ist *). Taubmannmerkt dabey an, daß dieses vermuth-lich deßwegcn geschehen, weil die Re-den der Personen in diesem Auftrittzwcymal durch Tanz und Gesangunterbrochen worden. Daß in dendramatischen Werken alter und neuerDichter die Handlung in Austritteabgecheilt wird, und jedem die Na-men der darinn erscheinenden Perso-nen voran stehen, ist eine Mode derncuern Zeit, und hat weiter nichtsauf sich.

Die Anzahl der Austritte in einemAufzug oder in dem ganzen Stük,ihre Länge, die Anzahl der Personen,diese Punkte sind keiner andern Re-gel unterworfen, als der allgemeinenRegel der ganzen Handlung; daßkeine Person ohne hinreichenden, inder Handlung liegenden Grund, we-der weggehen noch auftreten soll;und daß vom Anfange eines Aufzu-ges bis ans Ende die Bühne niemalsleer seyn, sondern jeder Auftritt mitdem folgenden in enger Verbindung

*) Lriclms V. Lcen. Z. 6. 7.

Auf ,

stehen soll. Veydcs crfodcrt die Na-tur der Sache. Doch werden dieseRegeln, so wie alle andere, vielfäl-tig übertreten. In den englischenComodien kommt dieses besondersoft vor, daß zwey Personen abtretenund die Bühne leer lassen, zwei) an-dere hierauf eintreten, die von ganzandern Sachen reden; so daß manlange nicht weiß, wie diese hieherkommen, oder in was für Verbin-dung sie mit den vorigen sieben. DieGewohnheit macht alles erträglich,und zuletzt laßt sich für jeden Fehlereine Entschuldigung finden. Gewißaber ist es, daß dergleichen nicht zu-sammenhängende Auftritte die Auf-merksamkeit zerstreuen, und daherwürkliche Fehler sind.

Aus allznängstlicher Beobachtungdes Zusammenhangs begehen diefranzösischen und deutschen Dichtereinen andern Fehler, der würkiichanstoßig ist. Sie lassen oft die An-kunft einer neuen Person formlich an-kündigen, wo es gar nicht nothigwäre; als ob sie befürchteten, manwürde den neu austretenden nichtgewahr werden, oder nicht kennen.Dieses Mißtrauen in die Aufmerk-samkeit desZuschaucrs beleidiget ihn.Es kann freylich Fälle geben, wodiese Ankündigung nothig ist; abersie wird gar zu oft ohne Noth ge-braucht.

Eine wichtigere Anmerkung istdie, daß die doppelten Auftritte, dazwcyerlcy handelnde Personen einan-der nicht gewahr werden, oder da je-de Parthcy für sich handelt, alswenn die andere sie noch nicht be-merkt hätte, mit der größten Behut-samkeit anzubringen sind. Insge-mein sind sie abgeschmakt. UnsereSchaubühnen sind dazu viel zu klein.Die Alten hatten weit größere Büh-nen , da gicngcn die doppelten Auf-tritte vollkommen an, und warenbisweilen sehr lustig, wovon Plau-ws in dein zweyten Auftritt des

zwch-