Druckschrift 
Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky
Entstehung
Seite
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Bewußtsein vereinigt sind, dann gibt es vielleicht keine Träume mehr, oder nurkranke Menschen, Menschen, deren Harmonie gestört, werden träumen. Nurleise und wenig träumten die Alten; ein starker, gewaltiger Traum war bei ihnenwie ein Ereignis und wurde in die Geschichtsbücher eingetragen. Das rechteTräumen beginnt erst bei den Juden, dem Volke des Geistes, und erreichte seinehöchste Blüte bei den Christen, dem Geistervolk. Unsere Nachkommen werdenschaudern, wenn sie einst lesen, welch ein gespenstisches Dasein wir geführt,wie der Mensch in uns gespalten war und nur die eine Hälfte ein eigentlichesLeben geführt. Unsere Zeit und sie beginnt am Kreuze Christi wird alseine große Krankheitsperiode der Menschheit betrachtet werden.

Und doch, welche süße Träume haben wir träumen können! Unsere ge-sunden Nachkommen werden es kaum begreifen. Um uns her verschwandenalle Herrlichkeiten der Weit, und wir fanden sie wieder in unserer inneren Seelein unsere Seele flüchtete sich der Duft der zertretenen Rosen und der lieblichsteGesang der verscheuchten Nachtigallen

Ich weiß das alles und sterbe an den unheimlichen Ängsten und grauen-haften Süßigkeiten unserer Zeit. Wenn ich des Abends mich auskleide und zuBette lege und die Beine lang ausstrecke und mich bedecke mit dem weißen Laken,dann schaudre ich manchmal unwillkürlich, und mir kommt in den Sinn, ichsei eine Leiche, und ich begrübe mich selbst. Dann schließe ich aber hastig dieAugen, um diesem schauerlichen Gedanken zu entrinnen, um mich zu retten indas Land der Träume.

Es war ein süßer, lieber, sonniger Traum. Der Himmel himmelblau undwolkenlos, das Meer meergrün und still. Unabsehbar weite Wasserfläche, unddarauf schwamm ein buntgewimpeltes Schiff, und auf dem Verdeck saß ichkosend zu den Füßen Jadvigas. Schwärmerische Liebeslieder, die ich selber aufrosige Papi er streifen geschrieben, las ich ihr vor, heiter seufzend, und sie horchtemit ungläubig hingeneigtem Ohr und sehnsüchtigem Lächeln und riß mir zu-weilen hastig die Blätter aus der Hand und warf sie ins Meer. Aber die schönenNixen mit ihren schneeweißen Busen und Armen tauchten jedesmal aus demWasser empor und erhaschten die flatternden Lieder der Liebe. Als ich michüber Bord beugte, konnte ich ganz klar bis in die Tiefe des Meeres hinabschaun,und da saßen wie in einem gesellschaftlichen Kreise die schönen Nixen, und in

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